Hitzige Debatten in Frankreich
Paris. Ist Frankreich auf »Megafeuer«, wie man sie in den vergangenen Monaten in Kanada und Kalifornien erlebte, vorbereitet? Diese Frage, wie sie beispielsweise auf der Titelseite der Tageszeitung Le Parisien zu lesen war, stellten sich zahlreiche französische Medien in der zweiten Juliwoche.
Noch ist es in Frankreich nicht zu sich unkontrolliert ausbreitenden Großfeuern gekommen. Doch ist die Waldbrandgefahr extrem gestiegen, vor allem im Süden. Aber auch in der Bretagne, wo solche Brände bislang kaum vorkamen, brannten bereits Anfang April 120 Hektar Wald im Gebiet von Locarn ab. Das liegt an den hohen Temperaturen und an der ebenfalls mit der Erderwärmung einhergehenden Austrocknung der Böden und der Gehölze, die zwar in diesem Jahr noch nicht so extrem ausfällt wie in den Sommermonaten 2022, aber dennoch bedenkliche Ausmaße annimmt.
In Paris sind seit dem Amtsantritt der sozialdemokratischen Bürgermeisterin Anne Hidalgo im Jahr 2014 bisher 213 000 Bäume gepflanzt worden.
Im südwestfranzösischen Département Aude um Narbonne brannte es im Juli bereits zweimal relativ großflächig. Am Dienstag vergangener Woche erreichten Feuer von Norden her die Stadtränder von Marseille, wo mehrere Hundert Menschen evakuiert werden mussten. Die auf die Stadt zutreibenden Großbrände sorgten dort für Angst. Zehn Häuser wurden vollständig zerstört, andere trugen Brandschäden davon. Züge mussten umgeleitet werden, Hunderte von Passagieren der TGV-Schnellzüge blieben in Paris und Lyon hängen und der Flughafen in Marignane bei Marseille wurde geschlossen. Erst am Mittwochabend war das Feuer dank des unermüdlichen Kampfes der Feuerwehrleute und des Einsatzes von Löschflugzeugen unter Kontrolle gebracht.
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