17.07.2025
Über »Possession« von Ty Segall

Segall’sche Grundzutaten

Die Stimme und der Gitarrensound, die eingängigen Songs, das Retro-Feeling – die Segall’schen Bascis kommen auch auf »Possession« zum Einsatz, dem neuen Solo-Album des Kaliforniers.

Ty Segall, Jahrgang 1987, kann auf eine beachtliche Reihe an Veröffentlichungen zurückblicken. Dabei stehen neben seinem umfangreichen Solo-Output seine Musikprojekte wie Fuzz, GØGGS oder The C.I.A. Mit all diesen Singles, EPs und Alben konnte sich der Kalifornier neben Bands wie Thee Oh Sees oder den Black Angels als eine der prägenden Größen des modernen Garage und Psychedelic Rock etablieren.

Da ist es tatsächlich überraschend, dass nun schon mehr als ein Jahr seit Segalls letztem Album »Three Bells« vergangen ist. Wie dieses ist auch »Possession« bei Drag City erschienen, das schon seit 2011 Segalls Label ist – und neben ihm auch Independent-Größen und -geheimtipps wie Pavement, Purling Hiss oder Weird War veröffentlicht haben.

Das Album ist poppiger und ruhiger als einige der Vorgänger.

»Possession« ist, das wird schon nach den ersten Tönen des Openers »Shoplifter« klar, ein typisches Ty-Segall-Album. Die Stimme und der Gitarrensound, die eingängigen Songs, das Retro-Feeling – die Segall’schen Grundzutaten kommen auch hier zum Einsatz. Das Album ist jedoch poppiger und ruhiger als einige der Vorgänger. Segall spielt viele der Instrumente selbst ein, doch sind mit Mikal Cronin (Saxophon) und Jordan Katz (Trompete und Oboe) zwei neue Musiker dabei, die mit ihren Bläsersätzen interessante Akzente setzen.

Stilistisch wartet die Musik mit vielen Retro-Anspielungen auf: Es gibt Stadionrock (»Skirts of Heaven«), Classic Rock (»Fantastic Tomb«), E-Piano und Streichersätze. Das Ganze kommt nicht an »Manipulator« (2014), heran, bietet aber abwechslungsreiche Unterhaltung.

Den Abschluss von »Possession« bildet »Another California Song«, ein eingängiger, melancholisch-schöner Song über einen erfolglosen Künstler in L.A. »A star I was supposed to be / Now nobody is calling me« – falls Segall sich weiter treu bleibt, dürfte ihm dieses Schicksal erspart bleiben.


Albumcover

Ty Segall: Possession (Drag City)