Dykes gegen den Davidstern
Rund 4.500 Personen demonstrierten am Freitag vergangener Woche beim Berliner Community Dyke March für lesbisches Selbstbewusstsein. Der ursprünglich abwertend gemeinte Begriff »dyke« beschreibt selbstsichere Lesben, die Weiblichkeitsklischees widersprechen. Schon vor der Demonstration hatte es Querelen um Symbole gegeben – den Davidstern auf Regenbogenhintergrund hatten die Veranstalter kurzerhand zu einem unerwünschten Symbol erklärt, das genutzt werde, um Besatzung und Gewalt zu rechtfertigen.
Die große Berliner Lesbendemonstration findet seit 2013 traditionell am Vorabend des großen Berliner Christopher Street Day statt. Doch im Juni hatte das bisherige Dyke-March-Team um die Verlegerin Manuela Kay (Siegessäule, L-Mag) angekündigt, »aus gesundheitlichen Gründen« dieses Jahr keine Demonstration zu organisieren.
2024 war der Dyke March zu einem gewalttätigem Desaster geworden, die Polizei nahm 28 Personen fest. Die antiisraelische Protestszene hatte den Umzug mit Parolen wie »Yallah, yallah Intifada, von Berlin bis nach Gaza« dominiert. Jüdische und proisraelische Lesben waren vorher bei einem Fundraising-Abend und auch bei der Demonstration, an der sie mit Regenbogen-Davidsternfahne teilnahmen, angefeindet und angegriffen worden.
Unter lautstarken »Yallah Intifada«-Rufen setzte sich der Tross in Bewegung, man trank viel Bier und tanzte zu Techno durch Kreuzberg und Neukölln.
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