Jungle+ Artikel 07.08.2025
Die vergessene Riot-Grrrl-Band Huggy Bear hat ein Buch herausgegeben

Die Band der besten Welt

Huggy Bear waren die wohl radikalste Band der Riot-Grrrl-Bewegung – spielen in deren Geschichtsschreibung aber dennoch keine besonders große Rolle. Mehr als 30 Jahre nach ihrer Auflösung haben die fünf Mitglieder nun ein Buch über ihre Zeit als Gruppe veröffentlicht.

Huggy Bear erlangten schon während ihrer kurzen Existenz von 1991 bis 1994 einen Legendenstatus. Die gemischtgeschlechtliche Band aus London beziehungsweise Brighton, Motor der Riot-Grrrl-Bewegung in Großbritannien und laufender Punk-Innovation, hatte im Handumdrehen ein produktives Chaos entfacht, das sie selbst und alles um sie herum veränderte und zahllose andere Musikerinnen und Musiker inspirierte.

1991 als gekreuzte Clique aus den ehemaligen Schulfreundinnen und Beziehungspartnern Niki Elliott, Chris Rowley, Karen Hill, Jo Johnson und Jon Slade gegründet, die sich anfangs noch von Mathew Fletcher von der Oxforder Indie-Pop-Erneuerin Heavenly unterstützen ließen, zeichnete sich rasch ab, das Huggy Bear das Intelligenteste waren, was sich seit Jahren in Großbritannien formiert hatte. Das war unter anderem dem Ideenreichtum der Band geschuldet, der sich aus ihren unerwarteten Referenzen speiste – Virginia Woolf, Jeannette Winterson, Kathy Acker einerseits, Hélène Cixous und Raoul Vaneigem andererseits –, aber auch ihrer Unerschrockenheit geschuldet, welche die Verachtung, die ihr entgegenschlug, ungemein produktiv zu wenden vermochte.

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