14.08.2025
Chronik rassistischer und antisemitischer Vorfälle

Deutsches Haus #33/2025

Am Montag vorvergangener Woche war ein 39jähriger Rabbiner in einem Supermarkt in Bad Homburg-Gonzenheim mit seinen Kindern einkaufen. Der Polizeimeldung zufolge war der Mann durch seine Kleidung als Rabbiner erkennbar gewesen. Ein Mann rief »Free Palestine«. Als der Rabbiner ihn fotografieren wollte, schlug der Mann ihm das Telefon aus der Hand und rempelte den Rabbiner an. Am Freitag vergangener Woche war ein 71jähriger Mann in Berlin in einem Bus unterwegs und las eine israelische Zeitung auf seinem Handy. Daraufhin hat ihn ein Mann, wie es in der Polizeimeldung heißt, »auf den Nahost-Konflikt« angesprochen und dann beleidigt. An der Haltestelle Uhlandstraße habe ihm der Mann schließlich die Mütze vom Kopf gerissen und sei geflüchtet. Am selben Tag war ein 20jähriger Polizeischüler in Berlin auf dem Alexanderplatz unterwegs. Der Polizeimeldung zufolge stritt er sich mit einem 49jährigen Mann, der mit seinem elfjährigen Sohn unterwegs war. Der 20jährige beleidigte demnach den Mann auf rassistische Weise und schlug ihn. Als der Angegriffene zu Boden ging, habe der Polizeischüler auf dessen Kopf eingetreten. Ebenfalls am Freitag fand in Bautzen der CSD statt. Auch dieses Jahr waren dort Neonazis präsent. Rund 30 bis 40 von ihnen machten sich am Freitagabend im Zug auf den Rückweg von Bautzen nach Berlin, berichtete die Taz mit Berufung auf Augenzeugen. Am Berliner Bahnhof Ostkreuz griffen demnach mehrere aus dieser Gruppe zwei Journalisten an, die auch schon am selben Tag in Bautzen gewesen waren, um Fotos von Neonazis zu machen. Die Polizei ermittelt nun gegen zwölf Rechtsradikale wegen Landfriedensbruch.  js