Jungle+ Artikel 14.08.2025
Die Wasserkrise im Iran löst Proteste gegen das Regime aus

Wassermangel unter den Mullahs

Die Wasserkrise im Iran geht auf jahrzehntelange Misswirtschaft zurück. In vielen Regionen brachen in den vergangenen Wochen Proteste gegen die Stromausfälle und Wasserabschaltungen aus.

Kaum waren die Menschen in der iranischen Hauptstadt Teheran vom Alptraum des Kriegs befreit, lastet ein neue kollektive Angst auf ihnen: nämlich die vor Wasserknappheit und häufigen Stromausfällen.

Rücksichtslos und ohne Vorwarnung wird in den Stadtvierteln Teherans das Wasser abgedreht – manchmal für zwölf oder sogar für 24 Stunden. Die Bilder von langen Schlangen vor Wassertanks in einigen Gegenden des Iran beunruhigten deshalb umso mehr und weckten Erinnerungen an die Zeit des Iran-Irak-Kriegs. Anders als damals ist die derzeitige Krise aber selbstverschuldet, denn sie ist durch die Misswirtschaft der Regierung verursacht worden.

Viele Einwohner Teherans und Karajs berichten, dass selbst grundlegende Notwendigkeiten wie Duschen oder Kochen nicht mehr planbar sind.

Die staatliche Teheraner Wasser- und Abwassergesellschaft, die für die Wasserversorgung der Hauptstadt zuständig ist, bestritt zunächst jegliche Wasserkürzungen – es herrsche lediglich niedriger Wasserdruck. Doch schon bald musste der Geschäftsführer einräumen, dass Wasserabschaltungen nicht auszuschließen sind, und riet den Einwohnern, Wassertanks zu kaufen. Viele Einwohner Teherans und Karajs berichten, dass selbst grundlegende Notwendigkeiten wie Duschen oder Kochen nicht mehr planbar sind.

Masoud aus Teheran sagt: »Die Frage ist jetzt nicht, warum es kein Wasser gibt, sondern warum sie sich nicht einmal an die angekündigten Zeitpläne für Wasser- und Stromabschaltungen halten.« Atefeh, eine Bürgerin mittleren Alters, beklagt sich: »Man kann nicht einmal mehr halbwegs sicher sein, eine einfache Dusche nehmen zu können. Unser Leben steht aufgrund der ständigen Überraschungen durch Wasser- und Stromausfälle völlig auf dem Kopf.«

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