Jungle+ Artikel 14.08.2025
KI-Bilder haben die Tendenz, Eindeutigkeit zu verdichten

Der letzte Fraß

Die von der Künstlichen Intelligenz massenhaft reproduzierten visuellen Inhalte bestehen aus stereotypisierten, weichgezeichneten Imitationen, in denen sich Eindeutigkeit verdichtet. Das macht ihre faschistische Tendenz aus.

Die Debatte über das Verhältnis von Kunst und Künstlicher Intelligenz (KI), die seit einiger Zeit durch das Internet geistert, brachte zuletzt viele kulturpessimistische Beiträge hervor: Die digitale Welt werde mit dem Abfall Abertausender Unsinnsbilder ohne jeden menschlichen Input »geflutet«, die sozialen Medien würden »ruiniert« und am Ende werde damit »das Internet getötet«.

Gesehen hat sie bestimmt jeder schon einmal, die Bilder vom Shrimp-Jesus, einem Käse-Bus, Kleinkindern mit vermeintlichen Kunstwerken oder das Hefezopfpferd, das der Meta-Vorsitzende Mark Zuckerberg persönlich über seine Kanäle empfahl. Massenweise tauchten seit dem vergangenen Jahr in den sozialen Medien solche Inhalte auf, die von KI-Bildgeneratoren geschaffen wurden: Sie sind billigst produziert und für die Ökonomie kurzer Aufmerksamkeit und sofortiger Reaktion optimiert, mit minimalem Einsatz für maximale Verbreitung.

Wiederholung ist bekanntlich jene Übung, die den Meister macht: die Perfektionierung instrumenteller Vernunft.

In dieser Rechnung spielt der eigentliche Inhalt der Bilder kaum eine Rolle. Der »Content« hat sich längst verselbständigt: Ob Frauen auf Fahrrädern mit unzähligen Babys, Tiermischwesen, Kitschbilder einer vermeintlich idyllischen nationalen Vergangenheit oder Nahrungsmittel – der Zweck ihrer Distribution hat diese Bilder vollends überformt. Und dieser Zweck ist die Interaktion selbst, die durch unzählige Kommentare von Bot-Accounts (»Amen!«) zusätzlich simuliert und stimuliert wird. Interaktion in der digitalen Welt wird monetarisiert: sei es durch Werbeeinnahmen, die sich an Reichweite und Klickzahlen bemessen, oder durch die weitere Optimierung der content creation auf der Basis von noch mehr Daten zu Likes und geteilten Inhalten, die zukünftig Werbeeinnahmen generiert.

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