Über die Zäsur sprechen
»Die Erfahrung seit dem 7. Oktober fühlt sich an wie ein langer monotoner Tag«, sagt die Autorin Laura Cazés zu Beginn ihres Videos für das Projekt KOLOT. In diesem berichten Jüdinnen und Juden davon, wie sie sich seit dem genozidalen Angriff auf die israelische Bevölkerung fühlen. Die Interviews sind außergewöhnlich: Ihre Protagonistinnen befragen ihr eigenes Empfinden, die Reaktionen der Gesellschaft auf den 7. Oktober und ihren Platz darin. Die intellektuelle und empathische Tiefe der Reflexion gibt einen Einblick in aufgewühlte Gefühlswelten.
Zu sehen sind bislang vier Videos. 16 weitere sollen folgen, von denen sechs bereits gedreht wurden. Entwickelt und kuratiert wird das Projekt von der Psychologin Marina Chernivsky. Sie ist unter anderen Geschäftsführerin der Beratungsstelle Ofek, die bei antisemitischen Vorfällen und Übergriffen Hilfe anbietet. Kooperationspartner ist das Jüdische Museum Berlin, das die Videos als Zeitdokumente in das Archiv aufnimmt.
»Als ich am 7. Oktober wie irre in meiner Küche stand und Zimtschnecken gebacken habe, um mir eine Normalität vorzugaukeln, haben auf der Sonnenallee Menschen Süßigkeiten verteilt.« Erica Zingher
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