Jungle+ Artikel 03.09.2025
Volatile Kokainpreise sorgen in Kolumbien für mehr Kaffeeanbau

Drogen zum Dumpingpreis

Für viele Familien in Kolumbien ist der Anbau von Kokasträuchern eine der wichtigsten Einnahmequellen. Doch weil die Preise sinken und die Polizei gegen Kartelle vorgeht, mussten sich Märkte, Mafia und Bauern anpassen.

Isney Solano deutet auf die voller Kaffeekirschen hängenden Büsche im Vordergrund, dann lässt er den Arm in Richtung der Hügel im Hintergrund schweifen und zeigt auf die hellgrünen Büsche, die dort beim Nachbarn zu sehen sind. »Das sind Kokasträucher«, sagt er. Mit denen sei 2023 und 2024 nur wenig Geld zu verdienen gewesen. Die Blätter werden in den Andenländern seit Jahrhunderten als Genuss- und Arzneimittel verwendet, sind aber auch die Basis für Kokain.

»Nicht nur mein Nachbar, sondern viele kokaanbauende Familien überlegten, auf Kaffee umzustellen, denn die Kokapreise waren um rund 70 Prozent gefallen«, berichtet Solano. Ein Lächeln huscht über die Lippen des drahtigen, schlanken Mannes von Anfang 40, der Bio-Kaffee anbaut und einen 18jährigen Sohn hat. »Wir produzieren biologisch, sind erfolgreich und haben uns schon früh vom Kokamarkt abgenabelt, der hier früher alles dominierte«, sagt er.

Isney Solano

Isney Solano, Bio-Kaffeebauer der Genossenschaft Asoproa

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