Die große Verschwörung
Jasper Fforde ist Waliser, er schreibt zwar leider nicht auf Walisisch, aber in seinem neuen Buch spielt Wales eine große Rolle. Dorthin nämlich soll die gesamte englische Kaninchenpopulation deportiert beziehungsweise umgesiedelt werden. Freiwillig, versteht sich, aber natürlich werden alle wollen, wenn sie erst sehen, wie wunderbar die Behörden es ihnen dort eingerichtet haben.
Die Kaninchen glauben davon kein Wort. Von der leporiphoben (kaninchenfeindlichen) englischen Regierungspartei UKARP erwarten sie nur das Schlimmste. Immer weiter werden ihre Rechte eingeschränkt, was damit begründet wird, dass die Kaninchen eigentlich ein Fremdkörper sind, dass sie sich vermehren wie die Karnickel, und wenn man ihnen nicht gewaltig auf die Pfoten haut, werden sie bald die Mehrheit im Staate sein und die armen reinrassigen Engländer grausam unterdrücken. Bei denen wiederum hat diese Propaganda großen Erfolg.
Immer weiter werden die Rechte der Kaninchen eingeschränkt, was damit begründet wird, dass sie eigentlich ein Fremdkörper sind, dass sie sich vermehren wie die Karnickel, und wenn man ihnen nicht gewaltig auf die Pfoten haut, werden sie bald die Mehrheit im Staate sein.
Dass es überhaupt so weit kommen konnte, ist dem »Ereignis« zu verdanken: Am 12. August 1965, als die Sonne beim Untergehen grünlich schimmerte, »anthropomorphten« (so nennen das die Wissenschaftler, die das Phänomen aber auch nicht erklären können) etliche Kaninchen, wurden menschengroß, sprachen Englisch und strebten Karrieren im Staatsdienst an. Sie behielten aber auch ihre Kaninchengewohnheiten (Sex!) bei.
Das alles ärgerte die braven Bürger, und jetzt soll Schluss sein. Der Held des Buchs, Peter Knox, angestellt bei der staatlichen Kaninchenüberwachungsbehörde, verliebt sich in die Kaninchendame Connie, die die wunderschönsten zweifarbigen Augen hat, die man sich nur vorstellen kann, aber er soll an der Deportation mitwirken.
Ein Drama, und es wird immer dramatischer und dann kommt das fulminante Ende, das nun wirklich niemand voraussehen konnte. Der Verlag teilt mit, dass es Bezüge zur aktuellen Politik gibt, aber das hätten wir auch so gemerkt, und jedenfalls: grandioses Buch!
Jasper Fforde: Wie die Karnickel. Aus dem Englischen von Miriam Neidhardt. Satyr-Verlag, 406 Seiten, 25 Euro
