Der Tag danach
Am 8. Oktober 2023 fand auf dem Times Square in New York City eine Versammlung statt – eigentlich nichts Ungewöhnliches, doch diese war anders. Unter dem Motto »All Out for Palestine« versammelten sich um die tausend teils mit Kufiyas vermummte Menschen, um das nur einen Tag zuvor verübte Pogrom der Hamas und des Islamischen Jihad an der israelischen Zivilbevölkerung – man muss es so nennen – zu feiern.
Die Times of Israel berichtete, dass aus der Menge die Zahl 700 gerufen wurde, die bis dahin bestätigte Zahl der Ermordeten in Israel; auf Fotos ist zu sehen, wie die Halsabschneidergeste in Richtung von Gegendemonstranten gemacht wurde. Auf einer Israelfahne wurde herumgetrampelt, später wurde sie angezündet. Auf vielen Schildern war zu lesen: »Resistance is justified when people are occupied.«
Auch in Redebeiträgen wurde das Massaker der Islamisten in mehreren Kibbuzim und auf dem Gelände des Supernova-Musikfestival heruntergespielt, gerechtfertigt, bejubelt. Bekannt wurde ein Foto, das einen Mann in einer Menge zeigt, der den Gegendemonstranten mit Israelfahnen sein Smartphone entgegenhielt, auf dem ein Bild eines Hakenkreuzes zu sehen war.
Seit dem Massaker des 7. Oktober hat Illouz das getan, wozu sich die meisten aus ihrem Milieu nicht durchringen konnten: den Antisemitismus in der Linken und den Geisteswissenschaften kritisiert.
Aufgerufen zur Teilnahme hatte auch die New Yorker Ortsgruppe der Democratic Socialists of America, was dazu führte, dass selbst Alexandria Ocasio-Cortez, eine äußerst israelkritische Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus, die bis dahin einer der Stars der Democratic Socialists gewesen war, sich von der Veranstaltung distanzierte, ihren Antisemitismus hervorhob und sie als »inakzeptabel« bezeichnete. Der Abgeordnete Shri Thanedar trat gar aus der Vereinigung aus.
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