Deutsche denunzieren
Sie veröffentlichen personenbezogene Daten oder führen digitale Hetzkampagnen: Die Einschüchterung von Journalisten durch Rechtspopulisten und extreme Rechte zeitigt Wirkung. Aufgrund von Drohungen ziehen sich Betroffene immer häufiger aus der Öffentlichkeit zurück. »Doxing ist eine der aggressivsten Formen digitaler Gewalt«, betont Danica Bensmail, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (DJU), im Gespräch mit der Jungle World. Von Doxing spricht man, wenn persönliche Informationen gesammelt und veröffentlicht werden. Damit, so Bensmail weiter, greife man »unmittelbar in die Privatsphäre von Menschen ein, mit dem klaren Ziel, sie nicht nur einzuschüchtern, sondern, im Falle von Journalistinnen, gezielt unabhängige und kritische Berichterstattung zu schwächen«. Solche Einschüchterungsversuche sind ihrer Beobachtung zufolge in den vergangenen Jahren deutlich häufiger geworden.
Bereits vor sechs Jahren nannte der neurechte Verleger Götz Kubitschek in einem Beitrag zum Blog der rechtsextremen Zeitschrift Sezession den Klarnamen des Journalisten Robert Andreasch, weil dieser »geschlagene sechs Stunden vor unserem Messestand« fotografiert habe. Kubitschek nannte zudem die beiden Journalistinnen Andrea Röpke und Stefanie Heide, die beide nicht einmal an besagtem Messestand anwesend gewesen waren.
Seit der rechtslibertäre Milliardär Elon Musk den Microblogging-Dienst Twitter, nunmehr X, gekauft hat, ist die Plattform ein Tummelplatz für rechtspopulistische und extrem rechte Agitatoren
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