Wenn Narren handeln
»Sie haben einfach jeden auf dem Markt abgezockt, der irgendetwas von Wert besessen hat«, bilanzierte Ryan Wyatt, Manager und Investor in der Gaming- und Krypto-Branche, was sich am 22. Oktober zugetragen hat – und erntete dafür auf X mehrere Tausend Likes. »Irgendetwas von Wert«, das waren bis zu diesem Zeitpunkt sogenannte Skins für Handschuhe und Messer bei »Counter-Strike 2«.
»Counter-Strike« ist auch nach über 25 Jahren eines der beliebtesten Computerspiele überhaupt. Das »Ballerspiel« ist heutzutage ein Leistungssport und Milliardengeschäft. Es gibt Ligen, Sponsoringverträge und Meisterschaften mit horrenden Preisgeldern. Und es gibt Skins (wörtlich: Häute). Das sind bestimmte Designs für virtuelle Gegenstände, mit denen man seine Spielfiguren ausrüsten kann.
Diese Designs lassen sich in sogenannten Lootboxen (Beutekisten) finden, die Spieler als Belohnung für Erfolge im Spiel erhalten – oder für Geld kaufen können. Welche Skins die Lootboxen enthalten, hängt vom Zufall ab. Einige sind seltener, andere kommen häufiger vor. Diejenigen, die häufiger vorkommen, kann man sammeln und dann gegen seltenere tauschen. Ein vereinfachtes Beispiel: Mehrere einfarbige virtuelle Kalaschnikows lassen sich gegen eine gemusterte tauschen.
»Ich habe alles verkauft«, schrieb ein desillusionierter »Trader« von »Counter-Strike«-Skins am Tag des Crashs auf X. »Ich bin komplett raus aus dem ›Counter-Strike‹-Markt.«
Im »Counter-Strike«-Universum waren Handschuhe und Messer von diesem Tauschmechanismus lange ausgenommen. Sie konnten nur als Belohnung gefunden werden, blieben also selten. Um dennoch an bestimmte Gegenstände zu kommen, konnte man sie allerdings anderen Spielern abkaufen, wobei besonders seltene Gegenstände entsprechend hohe Preise erzielten, mitunter mehrere Tausend US-Dollar.
Noch kein Abonnement?
Um diesen Inhalt zu lesen, wird ein Online-Abo benötigt::