13.11.2025
Chronik rassistischer und antisemitischer Vorfälle

Deutsches Haus #46/2025

Am 3. November berichtete die »Tagesschau« der ARD von zahlreichen Sachbeschädigungen auf einem Vereinsgelände in Lauchhammer, das vom Bunt-Rock e. V. und dem linken Jugendclub Südclub genutzt wird. Es wird von einem rechtsextremen Tatmotiv ausgegangen, da mehrere Schmierereien an einer Wand und einer Tür darauf hindeuten. Am 4. November wurde ein bekanntes Gemälde an der East Side Gallery in Berlin-Friedrichshain mit roter Farbe beschmiert. Das Gemälde zeigt eine Deutschland-Flagge mit einem Davidstern; die Jüdische Allgemeine berichtete von der Festnahme eines 33jährigen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung habe die Polizei mehrere Flyer und Sticker mit Hakenkreuzen gefunden. Am gleichen Tag hat ein 17jähriger Schüler eines Oberstufenzentrums in Berlin-Kreuzberg laut der Welt andere Schüler und eine Lehrerin antisemitisch beleidigt, bedroht und bespuckt. In der Nacht zum 6. November wurden Medienberichten zufolge zahlreiche Autos, Briefkästen und Hauswände im hessischen Hanau mutmaßlich mit menschlichem Blut beschmiert. Zunächst hatte demnach ein Mann die Polizei über ein rotes Hakenkreuz auf seinem Fahrzeug informiert; die Polizei entdeckte daraufhin im Stadtteil Lamboy 50 weitere beschmierte Fahrzeuge. Wenige Tage später wurde ein 31jähriger Tatverdächtiger nach einem Zeugenhinweis in seiner Wohnung festgenommen. Die Polizei geht davon aus, dass er sein eigenes Blut für die Schmierereien verwendet hat. Wegen des Verdachts psychischer Probleme soll der Mann nun in einer psychiatrischen Fachklinik untersucht werden. Am 6. November kam es in Berlin zu zwei antisemitischen Angriffen. Laut der Polizei wurden am Nachmittag zwei Männer im Alter von 20 und 23 Jahren auf der Sonnenallee im Stadtteil Neukölln aus einer Gruppe von 30 bis 40 Menschen heraus mit Faustschlägen gegen die Köpfe und Reizgas attackiert. Grund waren demnach Äußerungen der beiden Betroffenen zum Israel-Gaza-Krieg. Am Abend hätten zwei vermummte Männer einen 26jährigen am Kragen gepackt, ihn als Juden bezeichnet und ihm Reizgas ins Gesicht gesprüht. Am 8. November zeigte ein Mann beim Spiel zwischen den Fußballzweitligisten Hannover 96 und SV Darmstadt laut dem NDR im Stadion den sogenannten Hitlergruß. Beim Verlassen der Arena wurde er demnach identifiziert und vorläufig festgenommen. Unbekannte beschmierten Anfang November in Berlin-Friedrichshain ein Plakat, das zur Kundgebung in Gedenken an die Novemberpogrome aufrief, mit dem Schriftzug »Free Gaza«.  pb