13.11.2025
Eure Armut kotzt uns an – legt euch endlich große Grundstücke zu!

Homestory #46/2025

Während in Berlin noch möblierte Mikroappartements zu Maxi-Mieten im Trend sind, gibt es längst eine Gegenbewegung: Wohnen wie einst J. R. Ewing in der Fernsehserie »Dallas«.

Hurra, die Fickzellen mit Fernwärme, von denen schon Heiner Müller damals schwärmte, sind wieder Mode! Sie heißen jetzt nur anders: Mikroappartements! Gern auch zu Maxi-Mieten. Der Tagesspiegel weiß, wie es funktioniert: »Wie lebt man (glücklich) als Paar auf engem Raum« – man muss nur wollen.

Ist eigentlich der Wasserhund unserer Kollegin, der ab und zu durch unsere Redaktionsremise in Berlin-Mitte schnüffelt, schon modern country

Aber kein Trend kommt ohne eine Gegenbewegung daher. Wohnen wie einst J. R. Ewing in der Fernsehserie »Dallas« ist ein Immobilientrend, der auch hierzulande um sich greift. Und so geht’s: Haus plus Gästehaus mit Garten drumherum und riesigem Grundstück besorgen; einrichten im Landhausstil, SUV oder Pickup davor stellen. Ganz wichtig: Man muss viele, möglichst große Tiere halten. Erst dann ist die schicke Farm komplett. Auch prominente Medienmacher sind Anhänger des urban farming.

Voll im Trend liegen Känguru-Gehege. Der Verleger Jakob Augstein hat schon eines, auf der Halbinsel Kladow bei Berlin. Neulich ist eines der Wallabys genannten Kleinkängurus entwischt, weil Unbefugte das Gatter geöffnet hatten. Und obwohl das Beuteltier ein »Wallaby-würdiges« Umfeld, also ordentlich Auslauf hat, wie der Besitzer der Ländereien betont, machte es von seiner »Bleibefreiheit« (Eva von Redecker) keinen Gebrauch. Es büxte aus. Nach ein paar Tagen wurde es eingefangen und auf das Anwesen des Verlegers zurückgebracht. Das Tier wurde dort mit offenen Armen aufgenommen. Ein Happy End wie im Lassie-Film!

Diekmann jagte seine Ziegen vom Hof

Andere Szenen ereigneten sich auf der gegenüberliegenden Seite des Havelufers in Potsdam. Der Ex-Boulevardjournalist Kai Diekmann hatte sich Ziegen zugelegt, aber irgendwann genug von den instagramtauglichen Viechern. Die Ziegen wurden schnöde vom Hof gejagt.

Der Welt-Journalist Stefan Aust betreibt unterdessen mit großer Beharrlichkeit einen Pferdehof in der Nähe von Hamburg.

Ist eigentlich der Wasserhund unserer Kollegin, der ab und zu durch unsere Redaktionsremise in Berlin-Mitte schnüffelt, schon modern country? Ja, allerdings nur, wenn mindestens noch Kaninchen und Hühner dazukommen. Im Archivraum wäre noch etwas Platz. Bloß wohin dann mit den Schreibtischen? Ein Zwergdromedar in der Teeküche wäre dagegen perfekt!