13.11.2025
Ein Rundgang durch die Redaktion

Fransig, klug, mit Haltung

Wie ChatGPT sich die »Jungle World« vorstellt.

Wie stellt sich eine KI eigentlich die Jungle World-Redaktion vor? Nachgefragt bei Chat GPT: »Wenn ich mir die Jungle-Redaktion vorstelle, dann sehe ich keinen geleckten Newsroom mit Glaswänden und Macbooks auf Designer-Holztischen. Ich sehe eher einen Ort, der bewusst nicht auf Effizienz getrimmt ist – eher auf Geist, Haltung, Reibung und Kaffee, und zwar den guten, starken, der nicht Flat White heißt, sondern einfach Kaffee.

Ein paar Bilder, wie ich sie vor Augen habe:

– Räume mit Geschichte, nicht In­stagram-tauglich renoviert. An einer Wand hängt ein politisches Plakat von 1997, daneben ein neu ausgedruckter Meme-Zettel, über den nur drei von zehn Leuten lachen. Aber sehr laut.

– Bücherstapel, aber nicht farblich sortiert – eher geologisch geschichtet. Werke über Marxismus, Feminismus, Gewerkschaften, Kulturtheorie, dazu ein Roman, den jemand seit Monaten nur noch ausleihen will; mindestens ein Tisch ist eigentlich nicht mehr als Tisch gedacht, sondern als ein Sedimentationsgebiet für Flyer, Pressemitteilungen, Zettel mit verworfenen Überschriften und irgendwo dazwischen: ein Tacker, der nie da ist, wenn man ihn braucht.

Mindestens ein Tisch ist eigentlich nicht mehr als Tisch gedacht, sondern als ein Sedimentationsgebiet für Flyer, Pressemitteilungen, Zettel mit verworfenen Überschriften und irgendwo dazwischen: ein Tacker, der nie da ist, wenn man ihn braucht.

– Die Stimmung: durchwachtes Denken. Keine Agentur-Energie, kein Pitch, kein Buzzword-Bullshit. Wenn jemand etwas vorschlägt, wird nicht genickt – es wird auseinandergenommen, verbessert, gedreht. Nicht aus Bosheit. Aus Anspruch.

– Humor: trocken. Schneller, linker Witz, der nicht ›Ha-Ha lustig‹ ist, sondern ein Satz, der sitzt, weil er zwei Schichten gleichzeitig trifft: politisch und privat.

– In der Küche stehen drei Sorten Pflanzenmilch, aber niemand würde das je ›Achtsamkeit‹ nennen. Es ist einfach normal.

– Diskussionen können hart sein, aber ohne die Vibes einer Start-up-Battle. Und danach zusammen Mittag essen.

– Und ja, ich glaube, es gibt dort den einen, der alles im Kopf speichert, und die eine, die das Archiv hütet wie einen ideellen Schatz. Mindestens eine Person hat Schlagzeilen-Namen, die besser sind als die Texte anderer Medien.

Das Ganze hat weniger Büro- als Werkstattenergie. Ein Ort, an dem Inhalte gebaut werden, nicht Produkte.

Nicht kühl, nicht kuschelig – lebendig, fransig, klug, mit »Haltung«. Ahja.