Grüße aus Gaza
Plötzlich und unvermutet hat die Social-Media-Welt ein funkelnagelneues Spielzeug erhalten: X hat eine Funktion eingeführt, mit der man sehen kann, wo ein User mutmaßlich beheimatet ist und wie viele User-Namen er in der Vergangenheit bereits genutzt hat. Das klingt langweilig, ist es aber nicht. Schließlich hat jeder Nutzer eine inoffizielle Liste mit Accounts, die irgendwie suspekt sind, weil sie nicht das zu sein scheinen, was sie zu sein vorgeben.
Und so passierte das, was passieren musste: Praktisch jeder wurde überprüft, und siehe da, es gab interessante Ergebnisse. Wie zum Beispiel eine Unmenge von vorgeblichen Gaza-Bewohnern, die täglich vehement über Hungersnöte, getötete Zivilisten und allgemeine Ungerechtigkeiten berichtet und manchmal um finanzielle Hilfen gebeten hatten, in Wirklichkeit aber in den USA, Russland, Indien oder anderen Teilen der Welt an ihren Rechnern saßen.
Es gab interessante Ergebnisse: Wie zum Beispiel eine Unmenge von vorgeblichen Gaza-Bewohnern, die täglich vehement über Hungersnöte, getötete Zivilisten und allgemeine Ungerechtigkeiten berichtet hatten, in Wirklichkeit aber in den USA, Russland oder Indien saßen.
Wie auch manche angebliche IDF-Soldaten, die nach Geld für Waffen fragten, große Überraschung: gar nicht in Israel beheimatet sind. Nun hätte man natürlich von selber auf die Idee kommen können, dass jemand, der alle zwei Monate den Tod eines Onkels verkündet und Geld für dessen Beerdigung sammeln will, vielleicht nicht ganz echt ist; ebenso wie jemand, der in einer der modernsten Armeen der Welt dient, seine Handgranaten sicher nicht selber kaufen muss. Aber dies sind die modernen Zeiten, und in denen glaubt man halt, was man partout glauben will.
Was man auch daran merkt, dass nicht nur aktuelle Konflikte zur Propaganda, zur Selbstdarstellung oder zum Geldverdienen genutzt werden, sondern im Prinzip alles, worüber Menschen unterschiedlicher Meinung sein können. Und so wurden auch die Gegner von William und Kate – das ist das britische Kronprinzenpaar – so akribisch auf Authentizität geprüft wie die von Harry und Meghan – das sind die Ex-Royals –, mit oft erstaunlichen Ergebnissen. Schon lange bekannt ist, dass beispielsweise russischen Trollfabriken kein Thema zu profan ist, um von ihnen aufgegriffen und für die Zersetzung des Westens genutzt zu werden. Tjo.