Theorielastige No-Brainer
Im Jahr 2021 geschah das, was etwas später »Great Resignation« genannt wurde: Viele Menschen in den USA kündigten während der Covid-19-Pandemie ihre Jobs, vor allem, weil sie unzufrieden mit den Arbeitsbedingungen waren. »Great Resignation« heißt nun auch das neue Album der in Köln und Leipzig ansässigen Punkband Pogendroblem.
Doch der Titel spielt nicht nur auf die Kündigungswelle an, die sich damals ereignete. »Im Studio ist uns eine gewisse Traurigkeit aufgefallen, die sich durch unsere Songs zieht. Es geht um Ängste im Umgang mit der Faschisierung, es geht um Enttäuschungen über die Linke, aber auch um Enttäuschungen über uns selbst«, erzählt Sänger und Gitarrist Georg Gläser im Gespräch mit der Jungle World. »Das Album setzt sich mit der multiplen Krise auseinander.«
Trotzdem klingt die Musik nicht apokalyptisch, was auch am Sound liegt. Der melodische Titelsong zum Beispiel, der das Album eröffnet und in dem von Liebe sowie Kündigung geträumt wird, ist poppig ausgefallen. Im Lied »Alles oder nichts«, das mit Garage-Elementen spielt, erinnert eine Mundharmonika an The Libertines.
»Ich muss nix von Engels kennen, um Yuppies aus dem Kiez zu drängen / Muss Adorno nicht ergründen, um den Tesla anzuzünden«. Pogendroblem, »Praxis ohne Theorie«
Die Band hat auch Synthesizer benutzt, es gab mehr Zeit für die Produktion als bei den vorherigen drei Alben. »Georg und ich haben über Sounds nachgedacht, die den Inhalten der Songs naheliegen«, erzählt Bassist Lau Velthaus. »Dieses Mal sind viele Elemente dazugekommen, die einen Refrain oder eine Bridge weiterentwickeln und auch für mehr Melancholie sorgen.«
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