Jungle+ Artikel 04.12.2025
Islamisten in der Sahelzone

Treibstoff-Jihad in Mali‍

Mit einer wirtschaftlichen Blockade und militärischer Eskalation wollen al-Qaida nahestehende Jihadisten die Militärjunta in Mali stürzen. Westliche Staaten haben ihre Bürger:innen bereits zum Verlassen des Landes aufgefordert.

Paris. »Können die Jihadisten des JNIM die Regierung in Bamako stürzen?« fragte das panafrikanische Wochenmagazin Jeune Afrique Ende November bang; JNIM ist die Abkürzung für die jihadistische »Gruppe zur Verteidigung des Islam und der Muslime« (im Deutschen deshalb auch als GSIM abgekürzt), die aus der Gruppe al-Qaida im Land des islamischen Maghreb (AQMI) hervorgegangen ist. Ähnlich, nämlich »Kann Mali den Jihadisten widerstehen?«, lautete auch der Titel einer Debatte beim französischen Auslandssender France 24.

Seit einem Vierteljahr dauert die von den Jihadisten verhängte wirtschaftliche Blockade der Hauptstadt Bamako, aber auch mehrere Provinzhauptstädte in Mali an und wirkt sich immer dramatischer aus. Zunächst forderten die USA, Italien und Deutschland am 28. und 29. Oktober, dann auch Frankreich am 7. November ihre Staats­bürger:in­nen eindringlich auf, umgehend aus Mali auszureisen. Dies ist ebenfalls ein Anzeichen für eine höchst prekäre Situation, auch wenn Malis Militärregierung den vier Staaten Alarmismus vorwirft.

Im November erschossen Jihadisten in Tonka, in der im Norden Malis gelegenen Region Timbuktu, die etwa 20jährige Influencerin Mariam Cissé auf einem öffentlichen Platz.

Die US-Botschaft hatte eine Nachricht an ihre Staatsangehörigen verbreitet, die sie zum »sofortigen Verlassen« des Landes anhielt, wegen »der Treibstoffknappheit, der Schließung von Schulen und Universitäten im ganzen Land« und wegen der Kampfhandlungen »in der Nähe der Hauptstadt Bamako«. Das französische Außenministerium mahnte einige Tage später alle Staatsangehörigen, »so bald wie möglich mit den noch vorhandenen Flugverbindungen auszureisen«, aber den Landweg zu vermeiden, »da die Landstraßen derzeit zum Ziel von Aktionen terroristischer Gruppen ­werden«.

Noch kein Abonnement?

Um diesen Inhalt zu lesen, wird ein Online-Abo benötigt::