Jungle+ Artikel 11.12.2025
Donald Trump geht den Nationalparks ans Personal und an die Flächen

Die Axt im Wald

Über Generationen hinweg galt die Bewahrung der Nationalparks in den USA als überparteilicher Konsens. Doch unter der Präsidentschaft Donald Trumps wird dieser Grundsatz in Frage gestellt.

Ab Januar erwartet Besucher der Nationalparks ein ungewohnter Anblick: Anlässlich des 250jährigen Jubiläums der Gründung der Vereinigten Staaten im nächsten Jahr wird der Jahrespass unter dem Motto »America the Beautiful« künftig die Porträts von Präsident Donald Trump und Gründungspräsident George Washington tragen.

Das Innenministerium präsentierte die Änderung Ende November, gemeinsam mit einer neuen Gebührenordnung für 2026. In elf der meistfrequentierten Parks, darunter der Grand Canyon und die Rocky Mountains, zahlen ausländische Besucher künftig einen Zuschlag von 100 Dollar auf den regulären Eintrittspreis. Der Preis der Jahreskarte für Nicht-US-Bürger steigt auf 250 Dollar, während US-Amerikaner und permanent residents weiterhin 80 Dollar entrichten. Innenminister Doug Burgum begründete die Entscheidung so: »Präsident Trumps Führung stellt amerikanische Familien stets an erste Stelle.«

Als Präsident Ulysses S. Grant 1872 das Gesetz zur Gründung des Yellowstone-Nationalparks unterzeichnete, schufen die Vereinigten Staaten nicht nur den weltweit ersten Nationalpark. Sie formulierten damit auch ein Ideal: Landschaften sollten ungenutzt und unbebaut bleiben, frei zugänglich und dem Gemeinwohl gewidmet sein.

Über Generationen hinweg galt der Schutz der Parks als überparteilicher Konsens. Doch unter Trump wird dieser Grundsatz in Frage gestellt. Die Republikaner arbeiten daran, Nationalparks sowie die Naturräume und kulturell bedeutenden Stätten der national monuments wirtschaftlich stärker zu nutzen. In den Parks geht es längst nicht mehr um Natur und Erholung, sondern um auszubeutende Ressourcen und auch um die Deutungshoheit über die Geschichte der USA.

Verschärfte Einreisebestimmungen und politische Spannungen, insbesondere der Zollstreit mit Kanada, haben die Zahl internationaler Touristen in den USA deutlich sinken lassen.

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