18.12.2025
Naveed Akram und sein Vater, die beiden mutmaßlichen antisemitischen Killer von Sydney

Mit IS-Flagge zum Bondi Beach

Mit vier Schusswaffen und zwei selbstgefertigten Flaggen des »Islamischen Staats« waren Vater und Sohn losgezogen, um bei einer Chanukka-Feier am Strand von Sydney möglichst viele Juden zu ermorden.

Der 24jährige Naveed Akram ist einer der beiden mutmaßlichen Killer, die am Sonntagabend bei einer Chanukka-Feier am berühmten Bondi Beach in Sydney um sich schossen und dabei 15 jüdische Menschen, darunter ein zehnjähriges Mädchen, töteten und 42 weitere Personen verletzten, darunter zwei Polizisten.

Naveed liegt schwer verletzt im Krankenhaus, sein Vater Sajid wurde von der Polizei erschossen. Die australischen Behörden stufen das Massaker als antisemitischen Terrorangriff ein.

Am 1. November waren Vater (mit einem indischen Pass) und Sohn (mit einem australischen Pass) ABC zufolge auf die Philippinen in die Hauptstadt Manila gereist, um sich dann auf die südliche philippinische Insel Mindanao zu begeben, seit den neunziger Jahren ein Zentrum jihadistischer Aktivitäten. 

Im Auto der Akrams am Bondi Beach wurden nach Polizeiangaben zwei selbstgefertigte Flaggen des »Islamischen Staats« (IS) sowie improvisierte Sprengsätze gefunden. Bereits 2019 hatte dem australischen Rundfunksender ABC zufolge der australische Inlandsgeheimdienst Asio mögliche Verbindungen des damals 18jährigen Naveed Akram zur Jihadistenmiliz IS überprüft.

Laut ABC hatte er nach Angaben von Antiterrorermittlern Kontakt zu Wissam Haddad, einem Geistlichen, der als spiritu­eller Anführer des australischen Unterstützerumfeldes des IS gilt und für seine antisemitischen Vorträge berüchtigt ist; Naveed besuchte demnach dessen al-Madina Dawah Centre und agierte als Straßenprediger für Haddads Organisation Dawah Van.

Zudem hatte er laut ABC unter anderem Kontakt zu Isaac al-Matari, der später verhaftet und zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde, weil er sich selbst als australischen Kommandanten des IS bezeichnet hatte und terroristische Angriffe plante.

Sechs registrierte Schusswaffen

Nach Angaben der Polizei besaß Akram senior sechs registrierte Schusswaffen, für die er 2023 eine Lizenz erhalten hatte; offenbar wurden vier davon, Schrotflinten und Repetiergewehre, bei dem Anschlag benutzt. Am 1. November waren Vater (mit einem indischen Pass) und Sohn (mit einem australischen Pass) ABC zufolge auf die Philippinen in die Hauptstadt Manila gereist, um sich dann auf die südliche philippinische Insel Mindanao zu begeben, seit den neunziger Jahren ein Zentrum jihadistischer Aktivitäten. Dort unterzogen sich die beiden nach Angaben eines australischen Antiterrorermittlers einer Art militärischem Training. Am 28. November verließen sie die Philippinen.