Jungle+ Artikel 18.12.2025
Die Hizbollah im Libanon verweigert sich der Entwaffnung

Die Deadline rückt näher

Der Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon gilt formal weiter, doch die Lage bleibt instabil. Während Israel regelmäßig Ziele der Hizbollah angreift, ringt die libanesische Regierung um die Entwaffnung der Miliz bis Anfang 2026 – was diese generell ablehnt.

Jerusalem. Ein Jahr nach Inkrafttreten der Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Israel und dem Libanon bereitet sich die israelische Armee offenbar auf eine erneute größere Militäroperation im Libanon vor. Wie der Radiosender Reshet Bet am Freitag vergangener Woche berichtete, kam das israelische Sicherheitskabinett am Vorabend zusammen, um einen umfassenden Militäreinsatz gegen Ziele der Hizbollah im Libanon vorzubereiten. Ein solcher Schritt sei demnach für den Fall vorgesehen, dass die libanesische Regierung und Armee nicht bis Ende des Monats die Hizbollah entwaffnen, wie im Rahmen der Waffenruhe vom 27. November 2024 vereinbart. Nach Angaben des Senders hat die israelische Luftwaffe bereits entsprechende Übungsmanöver abgehalten.

Israelische und libanesische Medien verweisen auf ein Interview des libanesischen Außenministers Youssef Rajji mit dem katarischen Nachrichtensender al-Jazeera. Darin sagte Rajji, der Libanon habe Warnungen von arabischer und internationaler Seite erhalten, wonach Israel eine großangelegte militärische Offensive plane. Zugleich betonte er, seine Regierung unternehme diplomatische Anstrengungen, um eine Eska­lation zu verhindern.

Die Reporterin Dana Weiss vom israelischen Fernsehsender Keshet 12 sagte am Freitagabend, die Initiative für die militärischen Vorbereitungen gehe von der Armee aus. Nach deren Einschätzung bestehe dringender Handlungsbedarf, da sich derzeit entscheide, welche Rolle die Hizbollah künftig im Libanon spielen werde. Ziel sei es zu verhindern, dass der Iran die Miliz bei einer weiteren militärischen Auseinandersetzung mit Israel über den Libanon unterstützen könne. Anders als im Gaza-Krieg befinde sich ­Israel in der Frage des Libanon auf einer Linie mit den USA.

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