Der Schein bestimmt das Bewusstsein
Lookismus – also die Bewertung von Menschen anhand ihres äußeren Erscheinungsbilds – gilt in der Organisationsforschung als eine der subtilsten, aber wirkmächtigsten Formen sozialer Diskriminierung. Er tritt besonders gern dort auf, wo offiziell ausschließlich Kompetenz, Produktivität oder Teamfähigkeit zählen sollen. Das heißt: quasi überall.
Es dauert nur Millisekunden, bis in einem Bewerbungsgespräch ein erster Eindruck vom Gegenüber entsteht – was praktisch ist, denn so bleibt dem Gehirn mehr Zeit, weiter darüber nachzugrübeln, ob die Bewerberin die »richtige Ausstrahlung« hat. Denn Fachwissen kann man später immer noch nachschlagen, Ausstrahlung nicht. Das nennt man dann cultural fit (in etwa: kulturelle Übereinstimmung) oder, noch eleganter, und wissenschaftlich klingend, »nonverbale Professionalität«.
Attraktive Personen werden häufiger als kompetent eingeschätzt – eine klassische Wahrnehmungsverzerrung, bekannt als Halo-Effekt. Unbewusst nehmen wir also an: Wenn jemand gut aussieht, muss er oder sie ja irgendwie auch sonst gut – intelligent, sympathisch, zuverlässig – sein.
Im beruflichen Alltag geht es ähnlich weiter. Attraktive Personen werden häufiger als kompetent eingeschätzt – eine klassische Wahrnehmungsverzerrung, bekannt als Halo-Effekt. Unbewusst nehmen wir also an: Wenn jemand gut aussieht, muss er oder sie ja irgendwie auch sonst gut – intelligent, sympathisch, zuverlässig – sein. Evolution, Psychologie oder einfach kollektive Bequemlichkeit? Die Wissenschaftler streiten, die Personalabteilung macht ihr Ding.
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