Atmosphäre der Angst
Es war der verheerendste Terroranschlag in der Geschichte Australiens. Innerhalb weniger Minuten verbreiteten sich die Bilder vom Massaker am Bondi Beach in Sydney. Zu sehen waren Jüdinnen und Juden, die am Strand zu Hunderten zum Chanukka-Fest zusammengekommen waren. 15 Menschen wurden von zwei Jihadisten gezielt ermordet, Dutzende weitere verletzt, darunter auch Menschen, die sich zufällig in der Nähe aufhielten.
Unter den Ermordeten waren die zehnjährige Matilda, die mit ihrer Familie aus der Ukraine nach Australien geflohen war, sowie der 87jährige Holocaust-Überlebende Alexander Kleytman. Das Massaker macht auf brutale Weise deutlich, dass Jüdinnen und Juden selbst dort nicht mehr sicher sind, wo sie lange einigermaßen frei von Angst und Verfolgung leben konnten.
Familiärer Jihad
Die mutmaßlichen Täter, der 24jährige Naveed und sein Vater Sajid Akram, folgten mit ihren Untaten einem jihadistisch-salafistischen Weltbild. Ideologie und Symbolik der Täter orientierten sich am »Islamischen Staat« (IS), was durch Funde wie eigens gefertigte IS-Flaggen und Sprengsätze sowie Kontakte des Sohns zu einschlägig bekannten Predigern und IS-Sympathisanten in Australien untermauert wird. Wenige Wochen vor der Tat absolvierten beide zudem eine 27tägige Reise nach Mindanao auf den Philippinen; auf der Insel operieren mit dem IS verbundenen Milizen. Der australische Terrorismusexperte Levi West berichtete im Fernsehsender ABC, Vater und Sohn Akram hätten dort »möglicherweise ein waffen- oder taktikorientiertes Training« erhalten.
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