Jungle+ Artikel 01.01.2026
Die Krise der Auto­industrie in Baden-Württemberg

Gewerkschaftliche Luftschlösser

Die Krise der Autoindustrie trifft Baden-Württemberg besonders hart. Dass die goldenen Zeiten des Autobaus vorbei sein könnten, will dort niemand wahrhaben. Am wenigsten die IG Metall.

Weltweit haben sich nur wenige Regionen wirtschaftlich so vom Automobilbau abhängig gemacht wie Baden-Württemberg. Das Auto ist für viele Menschen geradezu identitätsstiftend. Weiß man etwa in Mannheim, dass das Auto von Carl Benz erfunden wurde und »schafft beim Benz«, erklärt man in Stuttgart im selben Brustton der Überzeugung, selbstverständlich heiße der Erfinder Gottlieb Daimler und man geht »zum Daimler schaffe’.«

Mit dem »Schaffe’ gehe’« hat es jahrzehntelang für viele nicht schlecht geklappt. Dass Baden-Württemberg eines der reichsten Bundesländer ist, hat viel mit der Automobilindustrie zu tun. Aber so langsam dämmert vielen, dass die guten Zeiten vorbei sein könnten.

Die Angst geht um. Es gibt Umsatzeinbrüche und Stellenabbau bei den Vorzeige-Firmen Mercedes-Benz und Porsche. Bei renommierten Zulieferern wie Bosch, Mahle, Eberspächer, Allgaier und ZF werden Zehntausende Stellen abgebaut. Menschen, die lange geglaubt hatten, sie stünden mit einer Stelle in der Autoindustrie auf der sicheren Seite, sind erschüttert.

Selbst die Automobilarbeiterin, die die Klimakrise verstanden hat und nur noch mit dem Fahrrad fährt, ist darauf angewiesen, dass der Umsatz nicht sinkt.

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