Austerität auf dem Campus
Viel sprachen in den vergangenen Jahrzehnten unterschiedliche Regierungen von der »Bildungsrepublik Deutschland«. Parteiübergreifend galt das Bildungssystem als Faustpfand für den wirtschaftlichen Erfolg der Nation, weswegen es ausgebaut werden müsse. So formulierten Bundesregierung und Länder auf dem sogenannten Dresdner Bildungsgipfel 2008 die Ziele, die Ausgaben für den Hochschulbereich zu steigern und die Studienanfängerquote deutlich zu erhöhen. Sie stieg tatsächlich von 37 Prozent der Bevölkerung eines Jahrgangs im Jahr 2007 auf rund 55 Prozent in den Jahren ab 2011.
Doch obwohl sich an der Rhetorik wenig geändert hat, sieht die Realität derzeit anders aus: In den meisten Bundesländern werden die Budgets für Hochschulen zusammengestrichen. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise sollen in diesem Jahr 120 Millionen Euro eingespart werden, in Berlin droht in den kommenden Jahren ein Abbau der Studienplätze um bis zu 14 Prozent (siehe Seite 4) und in Schleswig-Holstein soll eine Verwaltungsgebühr für jeden Studierenden in Höhe von 60 Euro eingeführt werden, die auf den verpflichtend an die jeweilige Hochschule abzuführenden Semesterbeitrag aufgeschlagen wird. Die Liste ließe sich beliebig verlängern.
Der Freie Zusammenschluss von Student:innenschaften warnt, dass sich der Hochschulbetrieb infolge der Einsparungen weiter an Privatuniversitäten verlagern könne.
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