Ein Kennenlernen wie früher
Am Stadtrand von Essen in Nordrhein-Westfalen wird die Neonazi-Szene immer aktiver: Im Stadtteil Kray kommt es spätestens seit Anfang vergangenen Jahres regelmäßig zu extrem rechten Aufmärschen und sogenannten Kennenlerntreffen. Dort vernetzen sich jugendliche Neonazis aus Gruppen wie »Jung und stark« mit langjährigen Kadern der Partei »Die Heimat«.
Auch zu tätlichen Angriffen kam es bereits: Im August 2025 attackierten Neonazis nach einer antifaschistischen Demonstration dem WDR zufolge Mitglieder der Linkspartei in einem Bus. Nach Angaben der Polizei wurden 19 Tatverdächtige im Alter zwischen 13 und 45 Jahren erfasst, darunter sieben Minderjährige. Vier Menschen wurden demnach verletzt.
Kray liegt im Osten Essens, einer der größten Städte des Ruhrgebiets. Das Viertel ist strukturschwach, jedoch nicht von bitterer Armut geprägt – eine für die Region keineswegs untypische Gegend. Bei der vorgezogenen Bundestagswahl im Februar 2025 lagen SPD, CDU und AfD im Wahlkreis Essen II, zu dem der Stadtteil gehört, bei den Zweitstimmen etwa gleichauf mit etwa 22 Prozent.
In Essen-Kray befindet sich seit 2012 eine Parteizentrale von »Die Heimat«.
Der Grund, weshalb sich die Neonazi-Aktivitäten gerade dort verdichten, dürfte daran liegen, dass sich seit 2012 eine Parteizentrale von »Die Heimat« im Stadtteil befindet: in der Marienstraße 66a. Damals musste die Partei ihre früheren Räume im benachbarten Bochum-Wattenscheid aufgeben, nachdem die Immobilie zwangsversteigert worden war. Parteilokale dienen als Treffpunkt und Ort für ideologische Schulungen.
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