Verrückt und toll
Wenn man sich Die Nerven live anschaut, sollte man definitiv einen Ohrschutz tragen, ansonsten wird es am nächsten Tag im Hörorgan pfeifen. »Live im Elfenbeinturm«, das neue Live-Album der Stuttgarter Rockband, vermittelt davon einen guten Eindruck.
Schon 2017 erschien eine Live-Platte des Trios, das früher mit Bands wie Messer oder Karies hierzulande für ein Post-Punk-Revival sorgte. Seitdem ist viel passiert: Den Sänger und Gitarristen Max Rieger kennt man nun auch durch sein Soloprojekt All Diese Gewalt sowie als Produzent von Casper.
»Sie haben das perfekte Geräusch zum perfekten Zeitpunkt erzeugt«, schwärmte eine Besucherin über ein Konzert in Israel, wo Die Nerven 2014 mehrere Shows spielten, was in einem Dokumentarfilm festgehalten wurde.
Die Nerven haben zudem konstant die Messlatte für Noise und Post-Punk in Deutschland höher gelegt. Allein die Gesichtskirmes von Drummer Kevin Kuhn ist einen Konzertbesuch wert. Doch nicht nur in Europa wurde die Gruppe mit ihren spektakulären Auftritten bekannt: »Es war verrückt, toll und wirklich intensiv. Sie haben das perfekte Geräusch zum perfekten Zeitpunkt erzeugt«, schwärmte eine Besucherin über ein Konzert in Israel, wo Die Nerven 2014 mehrere Shows spielten, was in einem Dokumentarfilm festgehalten wurde.
Heutzutage klingen sie sogar noch versierter. »Live im Elfenbeinturm« enthält Aufnahmen aus neun Städten von ihrer vergangenen Tour, auf der sie vor allem Songs von dem inoffiziell so genannten »Schwarzem Album« von 2022 und ihrem jüngsten Longplayer »Wir waren hier« von 2024 spielten.
Auch Stille kann sexy sein
Das Trio bietet nicht nur treibende und energetische Rockmusik, es weiß mittlerweile auch, dass auch Stille sexy sein kann. Die Band beherrscht das atmosphärische Wechselspiel aus leisen und lauten Tönen, was live besonders deutlich wird bei Songs wie »Europa« oder »Der Erde gleich«; Letzteren hat sie auf der Bühne ordentlich in die Länge gezogen.
Eindrucksvoll ist auch die Live-Version von »Achtzehn«: Das Lied über eine traurige Jugend wurde auf Tour ohne Streicher und langsamer als im Studio dargeboten. Das ist schon fast Slowcore.

Die Nerven: Live im Elfenbeinturm (333/Broken Silence)