Sabotage ist auch nur Arbeit
Wer kennt es nicht? Da hat man eine hübsche Sabotageaktion geplant, mit der man dem Schweinesystem, also Oma Bümmel und dem Fabrikarbeiter Sayed und der Behindertenwohngemeinschaft im vierten Stock, den Strom abdrehen will, und man würde gern direkt »Venceremos« rufen und zur Tat schreiten, doch bevor man zum aufregenden Teil übergehen kann, ist erst noch ziemlich lästige Geistesarbeit zu erledigen: Das Bekennerschreiben muss verfasst werden.
Das gestaltet sich besonders anstrengend, wenn man sich selbst für militant links hält oder so tut, als wäre man es, denn dann ist man, im eigenen Kopf immerhin, Soldat:in und Lachen und andere bürgerliche Frivolitäten sind verboten. Außerdem will man dringend seriös wirken, ein bisschen gefährlich gar, damit die Bluthunde des Kapitals wissen, mit welchen Kriegern sie es nun zu tun bekommen.
So leicht ist es gar nicht, sich so eindrucksvoll zu bekennen wie einst die frühe RAF – Texterinnen vom Format einer Ulrike Meinhof wachsen nicht auf den Bäumen.
Aber ach, so leicht ist es gar nicht, sich so eindrucksvoll zu bekennen wie einst die frühe RAF – Texterinnen vom Format einer Ulrike Meinhof wachsen nicht auf den Bäumen. Doch wenn es der Revolution dient, kann man vielleicht auch die KI in Anspruch nehmen, obwohl man die ja eigentlich abschalten will.
Bevor man den Snake Plissken von »Escape from L.A.« geben kann, der am Schluss auf der ganzen Welt die Lichter ausgehen lässt, muss schließlich dieser verflixte Bekennerbrief fertig werden. Nimmt man dazu Chat GPT, Gemini oder, schluck, gar den bösen Grok? Oder doch besser ein Produkt aus China wie Deepseek?
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