Aufstand in digitaler Abschottung
Es war der dreizehnte Tag des digitalen Blackouts im Iran: Am Dienstag ermöglichte eine plötzliche und begrenzte Wiederherstellung der Internetverbindung des Landes einer kleinen Zahl von Nutzern, weniger als fünf Prozent der Bevölkerung mit Internetzugang, wieder online zu gehen. Die Messaging-Plattformen wurden umgehend mit erschütternden Berichten der staatlichen Massaker und der brutalen Niederschlagung der Proteste gegen das Regime überflutet.
Bereits zuvor hatten es einzelne Nutzer geschafft, Bilder der Gewalttaten zu verbreiten, überwiegend über Starlink-Satellitenverbindungen. Nun jedoch konnte eine größere Gruppe detailliert beschreiben, was sie selbst erlebt hatte.
Spekulationen über US-Militärschlag
Weiterhin organisieren Iranerinnen und Iraner im Ausland große Demonstrationen. Anlass waren Spekulationen über einen Militärschlag der Vereinigten Staaten gegen den Iran sowie Berichte über verstärkte US-Militäraktivitäten im Gebiet um den Persischen Golf. Ziel der Proteste war es, international zum Handeln gegen das Töten von Zivilisten im Iran aufzurufen.
Reza Pahlavi, der Sohn des letzten Schahs, dessen Appell zum Widerstand viele Demonstranten auf die Straße gebracht hatte, forderte die iranische Bevölkerung auf, sich auf einen »endgültigen Aufstand« und die »Befreiung Teherans« vorzubereiten. Die Botschaft sollte die Demonstranten anscheinend darauf einstimmen, im Falle eines US-Angriffs die Kontrolle über die Hauptstadt Teheran zu übernehmen.
Die Verbreitung eines Fotos, das einen Soldaten in Chemikalienschutzanzug und Gasmaske auf einer iranischen Straße zeigt, hat Spekulationen über einen Einsatz chemischer Kampfstoffe gegen Zivilisten ausgelöst.
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