Jungle+ Artikel 22.01.2026
Wie Motörhead erst gescholten und dann geliebt wurden

Der Wichser mit den Sprüchen

Eine Biographie über Motörhead? Eigentlich hat Sänger und Bassist Lemmy Kilmister in seinen 2002 erschienenen Memoiren bereits alles gesagt, doch der Journalist Frank Schäfer legt nun mit »Motörhead – die lauteste Band der Welt« nach – und beschreibt, wie die Band vom Schmuddelkind zum Liebling des Kulturbetriebs avancierte.

Eine gelungene Cover-Version zu produzieren, ist eine hohe Kunst. Es gilt schließlich nicht nur, das Ausgangsmaterial zu würdigen, sondern auch, es mit einer eigenen musikalischen oder auch textlichen Idee anzureichern. Manchmal gelingt das. Oft geht aber einiges schief, wovon eine Vielzahl musikalischer Unfälle zeugt. Aber Songs, die im Original erfolgreich waren, verkaufen sich häufig aufgewärmt noch einmal gut, womit der Grund für die Existenz so mancher Cover-Version schon geklärt wäre.

Auch der Journalist, Literatur- und Musikkritiker Frank Schäfer hat jüngst in gewissem Sinn eine Cover-Version veröffentlicht, wenn auch ­in Form eines Buchs. Mit »Motörhead – die lauteste Band der Welt« hat er den Angaben des Verlags zufolge die »erste deutsche Biographie über Lemmy Kilmister und seine Band« vorgelegt, pünktlich zum zehnjährigen Todestag des Musikers.

Nach einem frühen Auftritt bezeichnete der renommierte »New Musical Express« Motörhead als »schlechteste Band der Welt« und empfahl eine Bühnenabsenz, bis die Musiker mehr zu bieten hätten.

Allerdings präsentierte ebenjener Lemmy Kilmister bereits 2002 seine Autobiographie »White Line Fever«, 2006 erschien sie erstmals auf Deutsch. Was Kilmisters Lebenslauf bis zur Jahrtausendwende angeht, greift Schäfer deshalb häufig auf die Schilderungen des am 24. Dezember 1945 in Stoke-on-Trent in den englischen Midlands geborenen Bassisten, Sängers, Gewohnheitstrinkers und Kettenrauchers zurück. Oft begegnet man bei der Lektüre von Schäfers Buch also Formulierungen wie »erinnert sich Lemmy in ›White Line Fever‹« oder »schreibt er in seiner Autobiographie«.

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