Jungle+ Artikel 22.01.2026
Russland zerstört Strom- und Heizungssysteme in der Ukraine

Kälte als Kriegswaffe

Russland bombardiert systematisch die Strom- und Wärmeversorgung ukrainischer Großstädte. Bei Minustemperaturen und fast ganztägigen Stromabschaltungen wird der Alltag zum Überlebenskampf.

Kiew. Bei minus 14 Grad kamen die Raketen: Allein in der Nacht auf Dienstag feuerte die russische Armee laut ukrainischer Luftwaffe 339 Drohnen sowie 34 Marschflugkörper und ballistische Raketen auf die Ukraine. Ziel war erneut die Energieinfrastruktur.

In der Hauptstadt Kiew blieben nach dem Angriff Hunderttausende Haushalte ohne Strom oder Wasserversorgung, in fast 6.000 mehrstöckigen Wohnhäusern fiel laut Bürgermeister Witalij Klitschko die Heizung komplett aus. In den meisten dieser Häuser sei bereits nach Großangriffen am 9. und am 13. Januar die Heizungsversorgung zusammengebrochen gewesen und in den Tagen danach nur teilweise mühsam wiederhergestellt worden. Außenminister Andrij Sybiha sprach am Dienstag von einem »barbarischen Schlag« und forderte mehr Druck auf Russland und Munition für Flugabwehr. Insbesondere Abwehrraketen für Patriot-Systeme zum Abschuss von größeren Raketen sind knapp, wie die ukrainische Regierung immer wieder betont.

Die gesamte Ukraine ist von einer dicken Schneeschicht bedeckt, seit Wochen herrschen landesweit teilweise zweistellige Minusgrade. Die Winterkampagne zur Zerstörung der Energieversorgung richtet sich nicht nur gegen Kiew, auch in anderen Regionen und Metropolen des Landes wie Saporischschja, Odessa, Dnipro und vielen weiteren Städten kam es in den vergangenen Wochen nach Bombardements zu zeitweise vollständigen Stromausfällen.

Wer kann, solle Kiew verlassen, hatte Bürgermeister Witalij Klitschko die Bewohner der Hauptstadt schon Anfang Januar aufgefordert.

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