Jungle+ Artikel 22.01.2026
Jihadisten wollen die Wirtschaft des westafrikanischen Landes zum Erliegen bringen

Zermürbungskrieg in Mali

In Mali brennen al-Qaida nahestehende Jihadisten Fabriken nieder und greifen Treibstofftransporte an, um das Land wirtschaftlich zu de­stabilisieren. Die Militärregierung kann die Attacken nicht abwehren.

Paris. Die Angriffe hatten eine neue Qualität: Am 11. Januar attackierten jihadistische Kampfverbände drei Fabriken für Zement, Kalk und Putz bei der Stadt Kayes im Westen Malis, nahe der Grenze zu Mauretanien, über die die jihadistische Kämpfer häufig eindringen. Zwischen 150 und 200 Angreifer kamen auf Motorrädern und brannten die Produktionswerke nieder. Sie verschleppten Arbeiter und töteten eine nicht offiziell bekannt gemachte Zahl an Personen. Aller Wahrscheinlichkeit nach gehören die Angreifer der al-Qaida angegliederten »Gruppe für die Verteidigung des Islam und der Muslime« an. Diese ist unter der französischen Abkürzung GSIM oder dem Kürzel JNIM bekannt, das sich ans Arabische anlehnt.

Die Strategie der Jihadisten war schon bislang, durch Angriffe auf wirtschaftlich bedeutende Ziele den gesamten Staat zu schwächen und das Land generell zu destabilisieren. Doch die jüngsten Attacken treffen dieses besonders hart: Indem sie die Herstellung von Bausubstanzen behindern, schaden sie auch der Bauindustrie und damit der Errichtung von Wohnungen, die in den Städten aufgrund anhaltender Landflucht benötigt werden. Die Angriffe sollen die Auswirkung des »Treibstoff­embargos« verstärken, das die Jihadisten seit September im Westen Malis verhängten, indem sie Kraftstofftransporte attackieren. Auch die Angriffe auf die Treibstoffversorgung hatten und haben das Ziel, die Gesamtwirtschaft zu schwächen, die ohne Transporte nicht funktionieren kann.

Die Jihadisten bezwecken mit ihren Angriffen auch, bei bislang verschont gebliebenen privaten Unternehmen Schutzgelder einzutreiben.

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