29.01.2026
Wie man bei der »Jungle World« mit dem erneuten Wintereinbruch umgeht

Homestory #05/2026

Nichts darf man mehr sagen! Selbst wer dem »Winter Wonderland« diese Woche etwas Positives abgewinnen konnte, traute sich in den Räumen der »Jungle World« sich diesbezüglich nur hinter vorgehaltener Hand zu äußern.

Was nach der zweifelhaften Aktion einer konspirativen linken Gruppe klingt, war tatsächlich einfach nur das banale Ergebnis des herrschenden Wetters: Zum Wochenbeginn hatte das Wintertief »Leonie« in vielen Teilen Deutschlands für Einschränkungen und Stillstand gesorgt. Das Werkzeug der Wahl: Schnee und gefrierender Sprühregen. Vielerorts fuhren weder Fernzüge noch der öffentliche Nahverkehr und die Fahrt mit dem eigenen Auto – oder dem Fahrrad – war aufgrund vereister Straßen zu gefährlich. Also hoben mancherorts Schulen die Präsenzpflicht auf und auch einige Bürotische blieben am Montag unbesetzt – so etwa im Gartenhaus Ihrer Lieblingszeitung.

Der erneute Wintereinbruch kam für einige überraschend. »Ich bin die ersten zwei Wochen im neuen Jahr nach Australien geflohen, weil ich den Berliner Winter fürchterlich finde«, teilte ein Kollektivmitglied etwas resigniert mit und bekam dafür prompt Zustimmung. »Ich hasse es«, tönte es in den internen Chats der Jungle World. »Ich hab überhaupt keine Lust mehr, an kalten Bahnhöfen auf verspätete Züge zu warten.« Die Kollegin verabschiedete sich damit vorerst ins Homeoffice; nicht mal einkaufen gehen wolle sie. »Ist mir zu kalt und zu eklig. Ich kann das nicht mehr und ich will das auch nicht mehr!«

»Mein Gesicht hat Probleme«, berichtet eine Redakteurin. »Ich frage mich jedes Jahr aufs Neue, wieso ich evolutionär nicht an dieses Wetter angepasst bin.«

Sie sehen, das winter wonderland provoziert starke Gefühle im Kollektiv der Jungle World – zumindest bei denjenigen, die dazu noch in der Lage sind. »Mein Gesicht hat Probleme«, berichtet eine Redakteurin. »Ich frage mich jedes Jahr aufs Neue, wieso ich evolutionär nicht an dieses Wetter angepasst bin.«

Auch ein anderer meint, keine »Hautbarriere« mehr zu haben und der Kälte daher schutzlos ausgesetzt zu sein. Besonders hart getroffen hat es den Kollegen, dessen Heizung bereits seit Tagen ausgefallen ist – »danke, Vonovia«. Der nimmt Einschränkungen im Nahverkehr und vereiste Straßen also in Kauf, um sich ins warme Büro flüchten zu können.

Sabotage der Infrastruktur sollte man Experten überlassen

»Es klingt verrückt«, fängt ein anderer Kollege an zu erzählen, »und vielleicht ist er auch einfach nur kaputt, aber mein Kühlschrank spinnt seit Wochen.« Der Verdacht, dass ein Zusammenhang mit der Winterkälte besteht, hat seine Berechtigung: Umgebungstemperaturen können das Thermostat und die Funktion des Kühlschranks durchaus empfindlich stören. »Den Eindruck hatte ich bei meinem Kühlschrank auch«, bestätigt der Kollege ohne Heizung. Doch die Frage ist, wofür es bei solchen Raumtemperaturen überhaupt noch einen Kühlschrank braucht?

Bei all dem Unmut über den erneuten Wintereinbruch ist es wenig überraschend, dass sich drei Kollegen nur im Vertrauen äußern wollten. Sie nämlich können dem winter wonderland einiges abgewinnen.

Eines jedenfalls hat das Wintertief »Leonie« gezeigt: Die Sabotage der Infrastruktur sollte man eben Experten überlassen.