Jungle+ Artikel 29.01.2026
In Israel wird die derzeitige Entwicklung im Gaza-Streifen sehr kritisch gesehen

Phase zwei mit der Hamas

Mit der Einrichtung eines sogenannten Friedensrats, der die Über­gangsverwaltung für den Gaza-Streifen beaufsichtigen soll, treibt die US-Regierung ihren Friedensplan voran. Jedoch mehren sich Zweifel, ob die Hamas tatsächlich entmachtet wird.

Jerusalem. Vor zwei Wochen verkündete der US-Sondergesandte Steve Witkoff die Einsetzung des Komitees für die Verwaltung des Gaza-Streifens, einer technokratischen Übergangsregierung. Damit leitete er die zweite Phase des im vergangenen September beschlossenen US-amerikanischen Friedensplans zur Beendigung des Gaza-Konflikts ein. Sie folgt auf den Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas vom vergangenen Oktober. Dieser galt als erster Schritt zur Beendigung des Kriegs, der mit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 begonnen hatte.

Die nun verkündete zweite Phase sieht die »Demilitarisierung, technokratische Verwaltung und den Wiederaufbau« des Gaza-Streifens vor, verlautbarte Witkoff am 14. Januar auf X. Am vergangenen Wochenende berief US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos den von ihm geschaffenen »Friedensrat« ein. Dieser soll unter anderem das neue Verwaltungsgremium für die palästinensische Enklave beaufsichtigen und deren Wiederaufbau unterstützen. Trumps Berater und Schwiegersohn, Jared Kushner, stellte in Davos ambitionierte Pläne für die wirtschaftliche Entwicklung des »Neuen Gaza« vor und skizzierte neue Wohnprojekte, Industrieparks und ­Ferienanlagen mit Meerblick.

Problematisch ist aus israelischer Sicht vor allem die Beteiligung der Türkei und Katars am Friedensrat, denn die stehen den Muslimbrüdern nahe – jener islamistischen Bewegung, aus der die Hamas hervorgegangen ist.

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