Jungle+ Artikel 29.01.2026
Die Berliner Linkspartei und ihr Intifada-Flügel

Frag lieber nicht

Was macht die Berliner Linkspartei mit ihrem Intifada-Flügel in Berlin-Neukölln? Sie braucht ihn und lässt ihn gewähren – auch bei den Bezirkswahlen.

Es ist auch schon wieder fast 20 Jahre her, dass der Schriftsteller Gerhard Henschel die damals frisch umbenannte Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) bedichtet hat: »Die Linkspartei, die Linkspartei,/die geht mir rechts am Arsch vorbei.« Da die Kunst heiter, aber das Leben ernst ist, hat »Die Linke« in Berlin-Neukölln einen Bezirksbürgermeisterkandidaten aufgestellt, dem Israel deutlich links am Arsch vorbeigeht.

Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im September tritt die Kreuzbergerin Elif Eralp für die Linkspartei als Spitzenkandidatin an, in Neukölln soll der Rechtsanwalt Ahmed Abed die Bezirkswahl gewinnen. Der hatte dem Bürgermeister von Neuköllns israelischer Partnerstadt Bat Yam bei dessen Besuch im Oktober »Völkermord« vorgeworfen.

Springers Welt, immer dankbar für Hinweise auf muslimischen Antisemitismus, berichtete gern: »In derselben Sitzung, in der der Rechtsanwalt den israelischen Bürgermeister beschimpfte, brachten SPD, CDU und Grüne eine Entschließung ein, in der Morddrohungen gegen die Betreiber der linken und israelfreundlichen Neuköllner Kneipe ›Bajszel‹ verurteilt wurden. Diese war zuvor immer wieder ins Visier von Antisemiten geraten. Abed und seine Linksfraktion stimmten gegen den Antrag. In einer anschließenden Stellungnahme verurteilte die Fraktion Gewalt und Drohungen, klagte aber über eine ›tendenziöse Ausrichtung‹ der Kneipe, man wolle sich nicht ›einseitig‹ positionieren.«

Eine bewährte Lebensweisheit besagt, dass man auf keinen Fall wissen wollen soll, welche Privatmeinungen Fachleute haben, deren Einsatz man täglich schätzt – vom Taxifahrer bis zur Bäckersfrau.

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