Blutiger Blackout
Fast zwei Wochen im Januar 2026 war das Internet im Iran abgeschaltet. Das Regime nutzte die Kommunikationssperre, um im Schutz des Blackout mit blutiger Gewalt gegen die Proteste im Land vorzugehen. Die wenigen Berichte, die dennoch öffentlich wurden, belegen Gräueltaten wie Verschleppungen und Ermordung von Demonstrierenden, den Einsatz von Kriegsgerät bei Versammlungen und die tödliche Jagd auf Unbewaffnete in einem bisher nicht gekannten Ausmaß. Unterschiedlichen Quellen zufolge sollen zwischen 18.000 und 30.000 Menschen getötet worden sein. Fest steht: Die Proteste, aber auch die Brutalität, mit der sie niedergeschlagen werden, sind heftiger als vorangegangene. Sie übersteigen in ihrer Dramatik selbst die Frau-Leben-Freiheit-Proteste im Herbst 2022.
Aber bereits im November 2019 hatten steigende Benzinpreise landesweite Demonstrationen ausgelöst. Auch damals nutzte das Regime gezielte Internetblockaden und gekappte Kommunikationswege, um den Aufruhr brachial zu niederzuschlagen. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit den Zuständen machte sich in spontanen Kundgebungen Luft. Tankstellen und Autobahnen wurden blockiert und schnell gingen im gesamten Land Tausende auf die Straße, um ihrem Unmut Luft zu machen. Unterschiedlichen Angaben zufolge kamen zwischen 304 und 1000 Personen ums Leben.
Die Proteste, aber auch die Brutalität, mit der sie niedergeschlagen werden, sind heftiger als vorangegangene.
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