Vulkanenergie für Supercomputer
Viele KI-Programme beschäftigen viele Riesencomputer überall auf der Welt. Es ist vor allem der Boom der Künstlichen Intelligenz, der dazu führt, dass weltweit immer mehr Rechenzentren gebaut werden. Nach Angaben der in Paris ansässigen Internationalen Energieagentur stieg der Stromverbrauch zwischen 2019 und 2024 jährlich um zwölf Prozent auf nunmehr 415 Terawattstunden (TWh), was etwa 1,5 Prozent des globalen Stromverbrauchs ausmacht. Diese Zahl könne sich bis 2030 auf 945 TWh mehr als verdoppeln, was etwas mehr als dem gesamten jährlichen Stromverbrauch Japans entspräche.
Gewonnen wird diese Energie zum größten Teil immer noch aus fossilen Energieträgern, was enorme CO2-Emissionen bedeutet. Um ihren Strombedarf zu stillen, denken die Großen der Branche über die Installation eigener kleiner Atomreaktoren nach, und Google, Amazon und SpaceX arbeiten sogar daran, Rechenzentren in den Weltraum zu verlagern, wo Solarpaneele im Orbit kreisende Computeranlagen mit Strom versorgen könnten.
Im Winter 2023 kam es aufgrund übersteigerter Produktion von Kryptowährung zu Stromausfällen, so dass einige Fischverarbeitungsbetriebe gezwungen waren, ihre Dieselgeneratoren einzuschalten.
So weit müsse man nicht gehen, heißt es in Island. Es reiche, auf die Insel am nördlichen Polarkreis zu kommen, und die natürlichen und geographischen Gegebenheiten zu nutzen. Das kleine Land mit nur 398.000 Einwohnern gewinnt nämlich fast 100 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen – andere Staaten können von solchen Werten nur träumen. Die wichtigste Energiequelle der von Vulkanen zerklüfteten Insel ist Erdwärme, Strom wird vor allem aus Wasserkraftwerken gewonnen. Der Export von Strom wäre naheliegend, wäre er nicht aufgrund der großen Entfernung zu den potentiellen Absatzmärkten unwirtschaftlich.
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