Parolen, Tannenduft und Kunst
Wenn der Norweger Erik Andreas Rotheim statt Ski zu fahren einem vernünftigen Hobby wie Biertrinken oder Kartenspielen gefrönt hätte, wäre er vielleicht nicht einer der wichtigsten Erfinder des 20. Jahrhunderts geworden. Weil ihm seine Skier zu langsam waren, suchte er nach einem Weg, sie schneller und gleichmäßiger zu wachsen. Er packte das Wachs in eine Metallröhre, gab Gas hinzu, und so – Simsalabim – erfand er 1926 die Sprühdose. Reich wurde er damit nicht. Erst nach seinem Tod 1938 begann der Boom der Sprühdose, eines Geräts, das so viele Fans wie Feinde hat.
Eines der frühesten Einsatzgebiete neben dem Ski-Tuning war die Insektenbekämpfung. Gegen die surrenden und stechenden Nervensägen wurden Sprühdosen mit Insektenvernichtungsmittel eingesetzt. Beherzt verwendet, sorgte es dafür, dass sich nach zehn Minuten Hunderte Mücken und Fliegen, die einen Raum in Beschlag genommen hatten, auf dem Boden liegend wiederfanden und mit dem Besen zusammengekehrt werden konnten.
Erst nach dem Tod von Erik Andreas Rotheim im Jahr 1938 begann der Boom der Sprühdose, eines Geräts, das so viele Fans wie Feinde hat.
In einem ruhigen Raum, der nach Insektenkiller roch, konnte man so ruhig und nur leicht hustend seine Ruhe finden. Wer den Geruch zu penetrant fand, konnte zu einem Raumspray greifen und Tannenduft versprühen.
Freunde der Biene Maja hingegen waren strikt gegen die Verwendung des Sprühgifts. Eine Debatte setzte ein, die erst durch den erheblichen Rückgang der Insektenpopulation zumindest hierzulande beendet wurde.
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