Keinen Senf dazu
Hab’ keine Sekunde Dschungelcamp gesehen und entsprechend auch keine Meinung über den Gewinner, und nein, habe auch nichts über Lindsey Vonns Entscheidung zu sagen, trotz gerissenem Kreuzband noch einmal Olympia-Gold gewinnen zu wollen. Sollen sie doch alle machen, was sie wollen, starten, wo sie möchten, und selbstverständlich auch wählen, wen sie wollen, solange sie einem damit nicht auf die Nerven gehen, natürlich.
Denn ja, Leuten, die man nicht kennt, beim Verspeisen ekliger Dinge zuzusehen, ist in der n-ten Wiederholung nicht mehr sonderlich unterhaltsam, erst recht nicht, wenn man es schon eine Zumutung findet, wenn am Nebentisch jemand laut schmatzt. Oder gar rülpst.
Insofern gab es viele schöne nutzlose Dinge mit der eingesparten »Ich bin ein Star usw.«-Zeit zu tun, wie beispielsweise mit Leuten, die Tischmanieren haben, vorschriftsmäßiges Wiener Schnitzel (mit Vogerlsalat) essen zu gehen.
Aber natürlich ist das kleine linksbürgerliche Glück nichts, womit man in Kolumnen angeben sollte, schon gar nicht in Zeiten, in denen man ständig Meinung haben und Haltung beweisen muss, mithin also zu allem seinen Senf dazuzugeben hat.
Nicht, dass man am Ende in die örtliche Wassermelonen-Demo reingerät (jeden Freitag um 17 Uhr auf dem Marktplatz, die Dingens wird ein neues selbstgedichtetes Lied vortragen und der Dangens einen kleinen, diesmal wirklich nicht länger als eine halbe Stunde dauernden Vortrag über die Verwerflichkeit des Zionismus halten, kommt alle).
Andererseits, so what. Und noch andererseitser: Es kommt noch schlimmer, denn natürlich muss auch schon geplant werden, wo man dieses Jahr überall hinfahren und wen man alles besuchen möchte. Das dauert, wenn man die Aufgabe auch nur leidlich ernst nimmt.
Was man natürlich tun sollte, nicht dass man am Ende im Herbst irgendwo landet, wo man nichts weiter tun kann als nassgeregnet werden. Oder man in die örtliche Wassermelonen-Demo reingerät (jeden Freitag um 17 Uhr auf dem Marktplatz, die Dingens wird ein neues selbstgedichtetes Lied vortragen und der Dangens einen kleinen, diesmal wirklich nicht länger als eine halbe Stunde dauernden Vortrag über die Verwerflichkeit des Zionismus halten, kommt alle).
Also: Keine Meinung zu den, sozusagen, B-Themen der Zeit, zumal die Frühstücksverabredung schon drängelt, nun aber schnell, nur noch 200 Zeichen und dann noch eben kurz überlegen, was man anziehen soll, und schon kommt man wieder zu spät, jedenfalls ein bisschen.