Jetzt hilft nur Lotto
Endlich mal eine Montagsnachricht, die einem nicht den Tag oder gar die ganze Woche versaut. Was natürlich nicht heißt, dass es sich um eine gute Nachricht handelt, aber aufzustehen und zu erfahren, dass man nach dem Willen fast aller deutscher Parteien arbeiten muss, bis man mindestens 70 Jahre alt ist, ist immerhin nicht sonderlich überraschend.
Prekäre wie wir sind schließlich nie davon ausgegangen, eines Tages Rentner und Rentnerinnen mit reichlich nach Herzenslust zu verprassenden Pensionsgeldern zu werden, neinnein, insgeheim wussten wir immer, dass wir bis mindestens 90 arbeiten müssen. Oder bis wir tot sind, kommt halt drauf an, was zuerst eintritt.
Im Gegensatz zu ihrem Kumpel Krebsvorsorge verhindert die Altersvorsorge weder durch Früherkennung das Altern an sich noch erste Anzeichen wie Fältchen und Gedöns.
Weswegen es nun an der Zeit ist, sich mit dem Thema Altersvorsorge zu beschäftigen, was ein besonders dusseliges Wort ist, denn im Gegensatz zu ihrem Kumpel Krebsvorsorge verhindert die Altersvorsorge natürlich weder durch Früherkennung das Altern an sich noch erste Anzeichen wie Fältchen und Gedöns.
Altersvorsorge soll Menschen vielmehr das Gefühl geben, dass sie dereinst gut abgesichert sein werden, wenn sie im Hier und Jetzt schön Geld sparen, was sich vor allem dann empfiehlt, wenn man ganz sicher ist, dass man tatsächlich alt und nicht auf dem Weg dorthin zum Beispiel von tödlichen Feuerquallen oder anderen unangenehmen Tieren gekillt wird.
Mit anderen Worten: Reichwerden wäre schon nicht schlecht. Nur wie? Kriminalität ist bedauerlicherweise keine Option, schon gar nicht für chronisch vertrödelte Personen wie die Autorin dieser Kolumne, die auf dem Weg zu einem, sagen wir: Banküberfall vermutlich von irgendwas nutzlos Schönem so lange abgelenkt würde, bis das Geldinstitut längst geschlossen hat.
Sich den Hals brechen ist keine Altersvorsorgeoption
Oder es tatsächlich rechtzeitig zu einer idealerweise landschaftlich hübsch gelegenen Bank schafft, aber leider feststellen muss, dass man als Bankräuberin ohne Waffe nicht mal in einer dörflichen Kreissparkasse ernst genommen wird.
Bleibt also nur, Lotto zu spielen. Idealerweise online, denn draußen herrscht wieder Blitzeis, und sich den Hals zu brechen, ist keine Altersvorsorgeoption. Mehr in der nächsten Kolumne.