Großer Vorsitzender Trump
Das Zentralkomitee (ZK) der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) ließ am 16. Mai 1966, zunächst nur intern, eine berühmt-berüchtigte Mitteilung zirkulieren. Sie gilt als Ausgangspunkt der Kulturrevolution, der folgenreichsten Massenbewegung unter Führung von Mao Zedong. In der Mitteilung rief das ZK zur Säuberung der Partei, der Armee und des Staats von »Repräsentanten der Bourgeoise« auf. Gelinge es nicht, diese »Typen in der Art Chruschtschow« zu besiegen, sei der Sozialismus in Gefahr.
Es folgten beispiellose »Säuberungskampagnen«, Massenaufstände und Fraktionskämpfe in der Partei. Sie führten in vielen Provinzen 1967/1968 zum Zusammenbruch des lokalen Parteiapparats und mündeten teilweise sogar in Bürgerkriege. Als das Chaos überhandnahm und sich die militärische Bedrohung durch die Sowjetunion zuspitzte, wies Mao die Armee an, die Ordnung wiederherzustellen und den Parteiapparat restaurieren, was bis 1969 gelang.
Die heutige Führung unter Xi Jinping bezieht deutlich positiver auf Mao als ihren Vorgängerinnen nach 1978. Die Kulturrevolution wird jedoch weiterhin »völlig verneint«; zum 100. Jahrestag der Parteigründung 2021 legte eine ZK-Resolution die bis heute verbindliche Fassung der Parteigeschichte fest. Darin heißt es zudem: »Die konterrevolutionären Cliquen um Lin Biao und um Jiang Qing nutzten die Fehler von Genosse Mao Zedong und begingen unzählige und verheerende Verbrechen an Volk und Land und verursachten zehnjährige innere Unruhen, die Partei, Land und Volk die schwerwiegendsten Rückschläge und Verluste seit Gründung der Volksrepublik China beibrachten.«
Der australische Sinologe Geremie Barmé argumentierte bereits 2017, Trump inszeniere sich ebenso wie einst Mao als Volkstribun gegen angeblich elitäre und korrupte Regierungsbürokratien.
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