Jungle+ Artikel 19.02.2026
Gil Ofarim wird zum Ziel antisemitischer Ausfälle

Und täglich nervt »der Jude«

Gil Ofarim wurde trotz seiner Fehltritte Dschungelkönig. Das scheinen viele hierzulande für einen Skandal zu halten – die darauffolgenden antisemitischen Entgleisungen eher weniger. Eine Kolumne zur medialen Restmüll­trennung.

An allem sind die Juden schuld, das wusste schon Friedrich Hollaender. Nur zwei Jahre nachdem der Komponist sein gleichnamiges satirisches Couplet in die Welt gesetzt hatte, zwangen die ­Juden die Deutschen erst in den Nationalsozialismus, dann zum Genozid an ihnen. Und seither dreschen sie so unablässig mit ­ihrer fiesen »Auschwitzkeule« (Martin Walser) auf Otto Normalantisemit ein, dass der sich schon gar nichts mehr zu sagen traut.

Dabei kennt er doch immer noch so viele gute Judenwitze, und Anlässe, diese zum Besten zu geben, gäbe es ja auch. Zum Beispiel, wenn sich »der Jude« in Gestalt des Musikers Gil Ofarim an deutschem Top-Kulturgut (»Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!«, RTL) vergeht, indem er seinen arischen Mit-Dschungelcampern die Dschungelkrone heimtückisch vor der Nase wegschnappt.

Ein Glück, dass es noch tapfere Recken der Meinungsfreiheit gibt, die sich zu sagen trauen, was man doch sagen dürfen muss. Stefan Raab zum Beispiel, der in seiner RTL-Show Ofarim ­attestierte, ein »Betrüger-Gen« von seinem »Onkel Samuel« geerbt zu haben. Eine erstklassige Vorlage zum Endsieg der Meinungsfreiheit über das nervige Judentum, die der abgehalfterte Comedian Oliver Pocher sogleich mit »Witzen« über gelbe Sterne und Duschen eiskalt nutzte.

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