19.03.2026
Anschläge in Europa und den USA

Botschafter des Terrors

Seit Beginn des Kriegs im Iran gab es mehrere Anschläge auf jüdische Einrichtungen in Europa und den USA. Unter den Tätern: ein im Libanon geborerer US-Amerikaner.

Der Iran-Krieg zieht weite Kreise. Nicht nur in der Region, sondern auch weltweit stehen Sympathisanten des Regimes bereit, die sich als Sendboten seiner Terrormission verstehen.

Die erste Attacke folgte am Tag nach Kriegsbeginn. Vor einer Bar im texanischen Austin tötete der Angreifer drei Menschen und verletzte 14 weitere. Er trug einen Pullover mit der Aufschrift »Property of Allah« und darunter ein T-Shirt mit der iranischen Flagge. Eine Serie von drei Anschlägen auf jüdische Einrichtungen in Belgien und den Niederlanden Anfang März reklamierte eine schiitische Terrororganisation namens Harakat Ansar Allah al-Awfiya für sich. Opfer waren zum Glück keine zu beklagen.

 Vor einer Bar im texanischen Austin tötete der Angreifer drei Menschen und verletzte 14 weitere. Er trug einen Pullover mit der Aufschrift »Property of Allah« und darunter ein T-Shirt mit der iranischen Flagg

Am Donnerstag vergangener Woche fuhr der im Libanon geborene US-amerikanische Staatsangehörige Ayman Ghazali ein mit großen Mengen an explosivem Material beladenes Fahrzeug in die reformierte Synagoge Temple Israel bei Detroit im Bundesstaat Michigan. Es folgte ein Schusswechsel mit dem Sicherheitspersonal, wobei sich Ghazali selbst tötete. Von den 140 Kindern, den Lehrern und Angestellten, die sich zum Tatzeitpunkt in der Synagoge aufhielten, wurde niemand verletzt.

Eine Woche vor dem Anschlag waren vier Familienangehörige Ghazalis, darunter zwei Brüder des 41jährigen, bei einem israelischen Luftangriff im Libanon getötet worden. Derer gedachte man auch im fernen Michigan: Im nahe der betroffenen Syn­agoge gelegenen Dearborn Heights, wo Ghazali wohnte, hielt die örtliche Moschee eine von Hunderten Menschen besuchte Trauerfeier für die Verstorbenen ab.

Mittlerweile haben die IDF eine Erklärung zum Angriff im Libanon veröffentlicht. Dieser habe einem Militärgebäude der Hizbollah gegolten, in dem Waffen gelagert wurden. Der Bruder des Attentäters, Ibrahim Muhammad Ghazali, soll die Waffeneinsätze in der Badr-Einheit geleitet haben – dem militärnahen israelischen Think Tank Alma zufolge die mittlerweile mächtigste von drei regionalen Divisionen der Terrororganisation. CBS News zufolge soll auch der zweite Bruder Ghazalis Hizbollah-Mitglied gewesen sein. Und der Sender CNN berichtete, dass Ghazali in US-Datenbanken wegen Verbindungen zu mutmaßlichen Hizbollah-Mitgliedern als verdächtig eingestuft worden war.