Jungle+ Artikel 19.03.2026
Innenpolitik Israel

Krieg und Krise

In Israel sind Regierungsanhänger und -gegner nur beim Krieg gegen den Iran vorerst geeint. Bei fast allen anderen Themen liegen sie über Kreuz, und auch der Streit zwischen Regierung und Justiz droht erneut zu eskalieren.

Mit dem Krieg gegen das iranische Regime in der Hoffnung, dieses zu Fall zu bringen, fügt der langjährige israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu seinem Lebenswerk das nächste und vielleicht finale Kapitel zu.

enn ob die die weitgehende Zerstörung der von den Mullahs aufgebauten sogenannten »Achse des Widerstands« und ein Sturz ihres Regimes, sollte er denn eintreten, Netanyahu politisch retten wird, ist unklar. Zu eklatant war das Versagen der politischen Führung am 7. Oktober 2023. Seine Partei, der in einer Koalition mit vier weiteren Parteien regierende Likud, erwägt offenbar in der Hoffnung, wahltaktisch von dem militärischen Erfolg gegen den Iran profitieren zu können, die für Oktober angesetzte Parlamentswahl vorzuziehen. Die Umfragen geben zu einem solchen Kalkül allerdings kaum Anlass. Seit längerem kommt die Regierungskoalition in den Erhebungen lediglich auf 50 bis 52 der 120 Parlamentssitze und wäre damit weit entfernt von einer Mehrheit. Auch nach der Liquidierung eines erheblichen Teils der iranischen Führungsriege konnte sie, so Umfragen, ihre prognostizierte Mandatszahl höchstens um ein bis zwei erhöhen.

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