Die Achse Moskau-Teheran
Was Irans Oberstem Führer Ali Khamenei widerfahren ist, möchte Russlands Präsident Wladimir Putin auf jeden Fall vermeiden – auch wenn nur schwer vorstellbar ist, dass US-amerikanische, israelische oder aus der Ukraine abgefeuerte Raketen auf die russische Führungsriege zielen und diese bei einem Arbeitstreffen im Kreml töten. Khamenei und seine Clique hatte am 28. Februar ein Raketenangriff getroffen, weil sich ihr Aufenthaltsort, wie die Financial Times berichtete, exakt feststellen ließ. Israels Streitkräfte hatten sich Zugang zu den Aufnahmen von Straßenkameras in Teheran verschafft; über eine der Kameras ließ sich der Parkplatz vor Khameneis Residenz einsehen, zudem wurde der dortige Wachschutz vom Mobilfunknetz abgeschnitten.
Seit dem 9. März hat sich Putin in der Öffentlichkeit nicht mehr gezeigt. Er verfügt über mehrere Residenzen, Bunker und identisch eingerichtete Arbeitszimmer, weshalb im Fall einer Live-Übertragung nicht immer ersichtlich ist, wo genau er sich aufhält. Putin ist generell darauf bedacht, seinen Aufenthaltsort geheimzuhalten, mit Beginn der Luftangriffe Israels und der USA gegen den Iran wirken sich die Vorsichtsmaßnahmen des Kreml jedoch immer mehr auf den Alltag in Moskau aus. So vermutet selbst das rechtsnationalistische Portal Zargrad, dass die Abschaltung des mobilen Internets im Stadtzentrum seit Anfang März im Zusammenhang mit dem Krieg gegen Iran stehen könnte. Möglicherweise hält sich Mojtaba Khamenei, der Sohn des getöteten Obersten Führers und dessen Nachfolger als religiöses und staatliches Oberhaupt des Iran, in Moskau auf, um sich nach einer Verletzung behandeln zu lassen.
Nach wie vor arbeiten russische Fachkräfte im von Rosatom erbauten iranischen AKW Bushehr. Ein Teil des Personals wurde indes evakuiert, der Nuklearkonzern bezeichnet die Lage derzeit als schwierig.
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