Jungle+ Artikel 26.03.2026
Staatskrise in Kuba

Kuba im Würgegriff

Stromausfälle, Treibstoffknappheit und wachsende Unzufriedenheit treiben immer mehr Menschen in Kuba auf die Straße oder aus dem Land. US-Präsident Donald Trump droht dem Inselstaat mit der Übernahme. Die Regierungen beider Länder verhandeln, Rücksicht auf die kubanische Zivilbevölkerung spielt dabei keine Rolle.

Kaum ein Abend vergeht mehr ohne Protest in Santiago de Cuba. »Hier ­ziehen jeden Tag Menschen durch die Straßen, dreschen mit Schöpfkellen und Pfannenwendern auf Töpfe und Pfannen ein«, sagt Juan Elias Navarro. »Sie protestieren gegen die Stromabschaltungen, gegen die prekäre Ver­sorgungssituation, gegen die autoritäre Regierung.« Cacerolazo wird diese Form des Protests in Lateinamerika genannt. Navarro, ein 63jähriger Blogger aus Santiago de Cuba, plädiert für ­einen politischen Wandel der realsozialistischen Einparteiendiktatur. Ihn ­interessiert nicht, dass zwei russische Tanker mit Brennstoffen auf dem Weg nach Kuba sein sollen, das in der schwersten Energie- und Wirtschafts­krise seit Jahrzehnten steckt, stundenlange landesweite Stromausfälle und Lebensmittelknappheit inbegriffen (Jungle World 4/2026). »Jede Hilfslieferung sorgt dafür, dass sich die Herrschenden bedienen können und an der Macht bleiben«, meint Navarro, der immer wieder mit der politischen Polizei zu tun hatte, weil er gegen die ­Regierung auf die Straße ging

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