Kuba im Würgegriff
Kaum ein Abend vergeht mehr ohne Protest in Santiago de Cuba. »Hier ziehen jeden Tag Menschen durch die Straßen, dreschen mit Schöpfkellen und Pfannenwendern auf Töpfe und Pfannen ein«, sagt Juan Elias Navarro. »Sie protestieren gegen die Stromabschaltungen, gegen die prekäre Versorgungssituation, gegen die autoritäre Regierung.« Cacerolazo wird diese Form des Protests in Lateinamerika genannt. Navarro, ein 63jähriger Blogger aus Santiago de Cuba, plädiert für einen politischen Wandel der realsozialistischen Einparteiendiktatur. Ihn interessiert nicht, dass zwei russische Tanker mit Brennstoffen auf dem Weg nach Kuba sein sollen, das in der schwersten Energie- und Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten steckt, stundenlange landesweite Stromausfälle und Lebensmittelknappheit inbegriffen (Jungle World 4/2026). »Jede Hilfslieferung sorgt dafür, dass sich die Herrschenden bedienen können und an der Macht bleiben«, meint Navarro, der immer wieder mit der politischen Polizei zu tun hatte, weil er gegen die Regierung auf die Straße ging
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