Der Cesar Chavez Day ist abgesagt
Das Leben und die politischen Kämpfe von Cesar Chavez haben Millionen von Menschen inspiriert. Dutzende Straßen und Parks, Schulen und Bibliotheken überall in den USA tragen seinen Namen – vor allem in Kalifornien, wo der Gewerkschaftsführer seit den fünfziger Jahren überwiegend aus Lateinamerika und den Philippinen stammende Landarbeiter:innen organisierte. Ein Bild von ihm hängt in der National Portrait Gallery in Washington, D.C., und 2014 kam ein Film über sein Leben mit Michael Peña in der Hauptrolle in die Kinos. 2011 erklärte der damalige Präsident Barack Obama Chavez’ Geburtstag, den 31. März, zum Feiertag.
Umso größer war bei vielen der Schock, als die New York Times am 18. März eine Recherche veröffentlichte, die den Gewerkschafter in einem gänzlich anderen Licht erscheinen lässt und deren Auswirkungen noch immer nicht in Gänze abzusehen sind.
Fast fünf Jahre haben Sarah Hurtes und Manny Fernandez recherchiert. 2021 hatten sie die ersten Hinweise bekommen und begonnen, Kontakt mit Frauen aus dem Umfeld des 1993 verstorbenen Chavez aufzunehmen. Was diese ihnen erzählten, ist selbst in Zeiten von Epstein, Pelicot und Ulmen, in denen man glauben will, es könne eine:n nichts mehr erschüttern, nur schwer zu verdauen.
Die Gewerkschaft United Farm Workers wurde stark von ihrem Gründer und Anführer Cesar Chavez bestimmt. Manche sprachen von einem Personenkult oder kultähnlichen Strukturen.
Mitte der Siebziger soll Chavez, der damals auf die 50 zuging, über einen Zeitraum von etwa fünf Jahren regelmäßig zwei minderjährige Mädchen sexuell missbraucht haben. Ana Murguia war demnach 13, als er sich das erste Mal an ihr vergangen habe; Debra Rojas war 12, als er ihr das erste Mal an die Brüste gefasst habe, und 15, als er sie in ein Motel habe bringen lassen, um sie dort zu vergewaltigen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits mehrere Selbstmordversuche hinter sich.
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