Kampf in den Kommentarspalten
Es ist nun beinahe 128 Jahre her, dass der Arzt Max Nordau auf dem Zweiten Zionistischen Kongress in Basel den Begriff des Muskeljudentums prägte. 1889 wollte der glühende Zionist das weitverbreitete Bild des körperlich schwachen Juden überwinden. Er setzte sich für die Schaffung eines neuen, physisch starken Judentums ein, dass »das verloren gegangene Muskeljudentum schaffen soll«. In den darauffolgenden Jahren gründeten sich eine Reihe von jüdischen Sportvereinen vor allem im deutschsprachigen Raum.
Die damals entstandene Sportbewegung gab sich nicht nur kämpferisch, sondern benannte sich auch nach Juden, die sich militärisch ihrer Feinde erwehrten. Der 1903 gegründete Dachverband Makkabi rekurriert auf die Makkabäer, die gegen das Seleukidenreich, das zu den hellenistischen Diadochenstaaten gehörte, erfolgreich einen Aufstand in Judäa wagten und Mitte des zweiten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung den Tempel in Jerusalem wieder einweihten. In Berlin und anderen Städten benannte man sich nach dem Anführer des jüdischen Aufstands gegen die Römer in Judäa, der drei Jahrhunderte später allerdings scheiterte: Bar Kochba. In der Vereinszeitung Jüdische Turnzeitung erklärte Nordau damals das Muskeljudentum als »letzte weltgeschichtliche Verkörperung des kriegsharten, waffenfrohen Judentums«.
»Lasst uns also Brüder sein und friedlich zusammenleben, ohne Kriege. Kämpfe nur im Käfig.« Haim Gozali, israelischer Kampfsportler
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