Gedenken nach Gutdünken
Am Sonntagvormittag, dem 81. Jahrestag der Befreiung von Buchenwald, war der Theaterplatz in Weimar fast menschenleer. Eine geplante Mahnwache hatte die Initiative »Kufiyas in Buchenwald« eine Viertelstunde vor Beginn abgesagt. Ursprünglich wollte man den Jahrestag mit einer Protestkundgebung auf dem Parkplatz der Gedenkstätte begehen. Auf ihrer Website fordert die Initiative unter anderem »eine offene Thematisierung des Völkermords in Gaza in der Gedenkstätte Buchenwald«. Die Stadt Weimar hatte den Protest vor der Gedenkstätte allerdings untersagt und bot als Ausweichort den Theaterplatz in der Innenstadt an. Die Initiative witterte Sprechverbote und zog vor Gericht. Aber das Verwaltungsgericht Weimar bestätigte die Entscheidung der Stadt mit der Begründung, die Initiative wolle das Gedenken an die Opfer des KZ Buchenwald mit »aktuellen Verbrechen verknüpfen«. Offenbar hoffte die Initiative bis zuletzt, gerichtlich dagegen weiter vorgehen zu können – mit einem Platz fernab des offiziellen Gedenkens wollte sie sich nicht begnügen.
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